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Knoblauchsland: Erfolg durch Zusammenarbeit

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Das Knoblauchsland ist ein Gemüseanbaugebiet in besonderer Lage: Im Städtedreieck zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen ist Flächenwachstum fast unmöglich. Doch wohin können die Betriebe wachsen? Zum Beispiel in Sortimentsvielfalt, Innovationsbereitschaft und neue Vermarktungsstrategien.

Typisch für das Knoblauchsland: kleine Ortschaften, große Gewächshausflächen. Foto: AELF

Immer wieder Neues wagen

Auch das stete Wachstum der vergangenen Jahre erkläre sich dadurch. „Kleine Peperoni hätte vor drei Jahren niemand angebaut, heute sind es bestimmt zwei Hektar Anbaufläche. Auberginen und Paprika in allen Formen und Farben, etwa 15 unterschiedliche Tomatensorten.“ Auch wage man immer wieder Neues, etwa den Unterglasanbau von Erdbeeren oder hydroponische Salate.

Die wichtigste Vermarktungsorganisation ist die Genossenschaft Franken-Gemüse, die fast 50 Prozent der gesamten Produktion von Freiland-, Gewächshaus- und Biogemüse vermarktet. „Mit mehr als 100 Hektar Fruchtgemüseanbau unter Glas“, erklärt Höfler, „haben wir eine erhebliche Menge an Gemüse, die vermarktet werden muss. Wir können nicht einfach sagen, wir bauen ein Gewächshaus für Tomaten, irgendwer wird die schon kaufen.“

Höfler veranschaulicht den Vermarktungsmix am Beispiel seines eigenen Betriebs: „Wir vermarkten etwa die Hälfte unserer Gesamtproduktion an die Franken-Gemüse und die andere Hälfte direkt, davon 90 Prozent an den LEH, da sind alle dabei: Edeka, Aldi, Norma, Lidl und anderen regionale Anbieter, wir können es uns gar nicht erlauben, Kunden abzulehnen.“

Niedrige Barrieren zwischen den Betrieben

Ein Grund für den Erfolg der Gemüsebauern im Knoblauchsland sei, dass die Barrieren zwischen den Betrieben klein sind: man spricht mehr miteinander, nutzt mehr Synergien für Logistik, Verkauf und Vermarktung. „Denn wir sind erfolgreicher, wenn wir zusammenarbeiten.“

Mehr zum Gemüseanbaugebiet Knoblauchsland lesen Sie in der TASPO 24/2018, die am 15. Juni erscheint.

Einen Mitschnitt von Johannes Höflers Vortrag über den „Gemüseanbau in der Metropolregion Nürnberg“, die Besonderheiten, die Menschen und ihre Strategien, das fast unmögliche Flächenwachstum zu kompensieren, finden Sie hier als Video.

Komplette Vielfalt des Gartenbaus im Knoblauchsland

Ungefähr 1.800 Hektar umfasst das Gemüseanbaugebiet, die 120 Betriebe des Knoblauchslands stellen die komplette Vielfalt im Gartenbau dar: Zierpflanzen-Betriebe, reine Gemüsebau-Betriebe, Mischbetriebe, die im Freiland und unter Glas anbauen, Betriebe, die nur Freilandanbau machen oder nur unter Glas anbauen.

„Der größte Vorteil in unserem Gebiet wie in jeder guten Firma auch: Man muss in der Breite gut aufgestellt sein, um gegen Krisen gut gewappnet zu sein“, erklärt Gärtnermeister Johannes Höfler, der mit seinen Eltern am Stadtrand von Nürnberg auf vier Hektar Fruchtgemüse unter Glas anbaut und gleichzeitig Vorsitzender des Gemüseerzeugerverbands Knoblauchsland ist.