Grüne Branche

Koch übernimmt insolvente Gärtnerei Ehlers-Ernst

, erstellt von

Heute schließt Dirk Jessen als Inhaber die Tore der Einzelhandelsgärtnerei Ehlers-Ernst in Steinhude. Verkauft wurde der insolvente Betrieb an Gärtnermeister und Unternehmer Thomas Koch aus dem niedersächsischen Börry.

Die Einzelhandelsgärtnerei Ehlers-Ernst in Steinhude. Foto: Katrin Klawitter

Koch ist Inhaber der Koch Gärtnereibetriebe Weserbergland GmbH mit Stammsitz in Börry, die mittlerweile zehn Gärtnereien und Gartenmärkte unter dem Namen „Wilhelm Blume“ eröffnet hat und im Unternehmen rund 50 Mitarbeiter beschäftigt. Drei der bei Ehlers-Ernst tätigen Mitarbeiter übernimmt er, die übrigen wechseln in andere Betriebe.

Inhaber der Gärtnerei Ehlers-Ernst meldet Anfang 2017 Insolvenz an

Dirk Jessen hatte bereits Anfang dieses Jahres Insolvenz angemeldet, über sein Vermögen wurde am 15. Februar die vorläufige Verwaltung angeordnet, Rechtsanwältin Karina Schwarz (Hannover) ist Insolvenzverwalterin.

Jessen hatte die Traditionsgärtnerei erst vor fünf Jahren vom Inhaberpaar Rosemarie Ernst und Karl-Dieter Römer übernommen und gemeinsam mit seiner Frau viel Arbeit und Herzblut in das Unternehmen gesteckt, sich unter anderem als „Premiumgärtnerei“ erfolgreich prüfen lassen.

Stammkunden der Gärtnerei begegnen Besitzwechsel mit Argwohn

Vor allem zwei Gründe waren laut Jessen ausschlaggebend dafür, einen Insolvenzantrag zu stellen: Zum einen hatten Kunden vor Ort seit dem Besitzwechsel einen gewissen Argwohn, der sich nie ganz gelegt habe. „Bei fast 90 Prozent privater Stammkundschaft ist das zu einem großen Problem geworden“, so Jessen. Zum anderen nennt er den allgemeinen Kundenrückgang hauptsächlich durch konkurrierende Billiganbieter.

Letztendlich habe er einige Dinge unterschätzt und konnte einer Fehlentwicklung nicht mehr rechtzeitig entgegensteuern, bedauert Jessen. Eine Neufinanzierung habe sich bei Gesprächen mit der Bank zudem nicht verwirklichen lassen.

Mehrheit der Beteiligten bevorzugt Verkauf der Gärtnerei Ehlers-Ernst

Trotz allem hätte Jessen gerne weitergemacht. „Eine sanierungsfähige Fortsetzung wäre rein rechnerisch möglich gewesen.“ Doch die Mehrheit der beteiligten Personen habe den Verkauf bevorzugt, bedauert er. Für Jessen geht es ab 1. Juli dennoch weiter – im Nachbarort Hagenburg als Geschäftsführer der „Gartenmanufactur Jessen“, deren Inhaberin seine Frau Maren ist. Schwerpunkt des Unternehmens ohne Ladenlokal sind die hochwertige individuelle Gartenpflege, -beratung und Grabpflege: Gefragte Dienstleistungen also, die sicher viele bisherige Stammkunden in Anspruch nehmen werden.

Koch als neuer Inhaber der Gärtnerei Ehlers-Ernst will den Betrieb nach einem Teilumbau der Produktionsflächen Ende September wieder eröffnen und sich wie in seinen anderen Filialen strukturiert und „minimalistisch“ rein auf den Verkauf von blühenden Pflanzen vorwiegend aus Eigenproduktion und die eigenen Marken konzentrieren. „Keine Floristik, keine Gartenpflege“, ergänzt er. Auch der Betrieb in Steinhude werde wie alle anderen Koch-Betriebe nur neun Monate im Jahr öffnen.

Koch sieht Neubeginn mit Gärtnerei Ehlers-Ernst gelassen entgegen

Dem Neuanfang sieht Koch sehr gelassen entgegen: „Wir arbeiten als kleine, filialisierte Kette mit einem starken gärtnerischen Hintergrund dank unserer Eigenproduktion. Dank der können wir auch den Preisen des Wettbewerbs Paroli bieten. Zudem sind wir in der Region bekannt, haben auch in anderen unserer Filialen bereits Kunden aus Steinhude. Die Kunden kaufen einfach da, wo sie ihre persönlichen Vorteile sehen“, weiß der Unternehmer.