Grüne Branche

Kölner Friedhofsgärtner: 60 Jahre verlässliche Kontinuität

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Ihr 60-jähriges Bestehen feierte die Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner (GKF) an einem außergewöhnlichen Ort: Die Kapelle St. Maria Magdalena, dank Einweihung im Jahr 1245 älter als der Kölner Dom, war Schauplatz für die Ausstellung „Abpfiff – wenn der Fußball Trauer trägt“ und mit ihrer Einbettung in den Friedhof Melaten zugleich ein idealer Ort für rund 100 Gäste, die mitfeierten.

Die Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner feierte ihr 60-jähriges Bestehen in und rund um die Kapelle St. Maria Magdalena auf dem Kölner Melatenfriedhof. Foto: GKF

55 grüne Perlen und Rückblick auf vergangene Jahrzehnte

Marc Zillken, Vorstandsvorsitzender der GKF, sieht im Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte vor allem verlässliche Kontinuität, die sich auf vielfältige Art und Weise definiert: etwa in der Förderung der eigenen Mitglieder, bei der Schaffung einer langfristigen wirtschaftlichen Basis in den Mitgliedsbetrieben, beim Erhalt, der Förderung und der Weiterentwicklung der Friedhofskultur sowie in der vertrauensvollen Kooperation mit den Kommunen und allen Gewerken.

Lutz Pakendorf, der zum 1. Juni dieses Jahres zum Vorstandsmitglied berufen wurde und seitdem die Geschäfte der Genossenschaft führt, thematisierte bei der Feier metaphorisch die „55 grünen Perlen“, die die Stadt Köln ihr Eigen nennen darf – 55 städtische Friedhöfe in allen Stadtbezirken. „Wir haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten erlebt, dass über den richtigen Weg der ‚Schmuckpflege‘ nicht immer automatisch Einigkeit herrscht. Manchmal ist dieser Weg erklärungsbedürftig, kleinteilig und mühselig – aber diese Mühe ist es definitiv wert“, resümierte Pakendorf aus seiner nahezu 13-jährigen Berufstätigkeit für die Kölner Friedhofsgärtner.

„Hochglanz-Politur“ für die Friedhöfe

Das beste Rezept zur „Hochglanz-Politur“ für die Friedhöfe sei Kooperation und Co-Kreativität, womit die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Gewerken, mit der Stadt Köln, mit dem Grünausschuss und anderen Kooperationspartnern gemeint sei.

Als besonders aktuelle Herausforderungen zählte Pakendorf Problemstellungen in fünf Bereichen auf: sozial (höhere Lebenserwartung, Single-Haushalte), technisch (Elektromobilität, Forderung nach emissionsarmen Maschinen und Geräten), klimatisch (notwendige Anpassung der Pflanzensortimente), berufspolitisch (grassierender Fachkräftemangel) und gestalterisch.

Friedhofsgärtner müssen sich gegen Verflachung der gestalterischen Vielfalt stemmen

„Wir leben in einer Zeit der Formverarmung“, zitierte Pakendorf dazu den Bildhauer Tony Cragg. „Aber wir Friedhofsgärtner müssen uns gegen eine Verflachung der gestalterischen Vielfalt stemmen. Dies gelingt uns zumindest in Köln zu großen Teilen auch sehr gut, nicht nur mit den Bestattungsgärten, sondern auch auf unseren traditionellen Pflegegräbern“.

Zillken und Pakendorf appellierten, dass vor allem in drei Ressourcen auch zukünftig investiert werden müsste: in Zeit, Zuwendung und Raum.