Grüne Branche

Kölner Friedhofsgärtner: Nachwuchswerbung mit Pfiff

Fetzige Musik dröhnt aus den Ohrhörern, ein junger Friedhofsgärtner-Darsteller, mit Bart und Oberarm-Tattoo, pflanzt rasch ein paar Cyclamen, rasant geht die Kamerafahrt über in den schnellen Takt der Heckenschere, dann ist es geschafft: Ohrhörer raus, Musik aus, abrupte Stille. So präsentiert sich der Spot zur neuen Kampagne „Ruhe bewahren! Friedhofsgärtner werden.“ 

So wurde die Nachwuchswerbekampagne „Ruhe bewahren!“ der Kölner Friedhofsgärtner der lokalen Presse vorgestellt. Foto: Gabriele Friedrich

Der Fachverband Kölner Friedhofsgärtner stellte sie vergangene Woche in der imposanten Trauerhalle am Südfriedhof den Kölner Medien vor. Zentral ist dabei der kurze Film zur Nachwuchswerbung. Er soll als Kinospot zweimal vier Wochen lang im Cinedom dem jungen Zielpublikum vor den Blockbustern präsentiert werden.

Schon jetzt ist er über Facebook, YouTube und natürlich auf der eigenen Internetseite www.ruhebewahrer.de per Rechner und Mobilgerät anzuschauen. Kurz und bündig will er junge Leute ansprechen und aufräumen mit Vorurteilen: Friedhofsgärtner buddeln keine Gräber, tragen keine Särge, sondern sie sind die „Feinmechaniker“ unter den Gärtnern, die Kreativen und Geschickten, bewahren die Friedhofsruhe und sind verantwortlich für die grünen Lungen in der Stadt.

Kölner Friedhofsgärtner: Kreativität im Fokus

Kurz gefasste Texte, Jugendsprache und Emotionalität sollen die 14- bis 16-Jährigen ansprechen, sie auf den Beruf des Friedhofsgärtners aufmerksam machen. Dabei stehen nicht Tod und Trauer im Vordergrund, sondern die Kreativität, das Arbeiten in der Natur. Und der weit verbreitete Wunsch der Schüler nach Orientierung und mehr Gelassenheit in der hektischen Zeit. Da biete ihnen der Friedhof einen Arbeitsplatz der Ruhe innerhalb der Großstadt, erläuterte Verbandsgeschäftsführer Lutz Pakendorf.

Die seit 2013 laufende Ausbildungskampagne wird von allen 53 Friedhofsgärtnereien des Verbandes in Köln solidarisch getragen. Sie haben sich ein Budget von 25.000 Euro pro Jahr eingerichtet. Derzeit bilden nur zehn Betriebe aus, doch alle brauchen dringend Fachpersonal, sagte der Verbandsvorsitzende Thomas Schlimgen.

Für Poster, Broschüren und Anzeigenmotive posieren auf einem Friedhof heiter und gelassen ein Schauspieler und drei echte Friedhofsgärtner, darunter auch zwei junge Frauen. Zentral steht die Frage: „Bereit für die Ewigkeit?“ Sie soll augenzwinkernd einmal auf den Arbeitsplatz Friedhof mit seinen oft historischen Grabmalen hindeuten sowie auf den sicheren Arbeitsplatz mit seinen Aufstiegsmöglichkeiten.

Einen entsprechend gestalteten kleinen Messestand gab es bereits zur Ausbildungsmesse Einstieg Köln, es folgen Anzeigen in K50, dem Schülermagazin für Köln und Region, und weitere Ausbildungsmessen. Edgar-Cards mit dem Motiv „Ruhe bewahren!“ liegen zum Mitnehmen aus, Aufkleber ebenfalls. (fri)

Den Nachwuchswerbe-Spot der Kölner Friedhofsgärtner ist auch auf unserem TASPO Facebook-Profil zu finden.