Grüne Branche

Kontrolliert Integrierter Anbau: Agrarökonomen loben Energieeffizienz

Eine neue Studie von Agrarökonomen der Universitäten Cambridge und Oxford bescheinigt dem kontrolliert integrierten Anbau eine sehr gute Energiebilanz. Die Bundesfachgruppe Gemüsebau sieht die Ergebnisse als Bestätigung ihrer Bestrebungen, ihre kontrolliert Integrierten Anbaumethoden immer weiter zu verbessern. 

„Diese Weiterentwicklung werden wir vorantreiben und dabei weiterhin auf nachhaltige Faktoren wie etwa auf Ressourcenschonung sowie Effizienz achten. Die Studie motiviert uns, auf diesem Weg voranzuschreiten“, so Gerhard Schulz, Vorsitzender der Fachgruppe Gemüsebau im Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG).

In der Studie der Universitäten Oxford und Cambridge wird die weit verbreitete Meinung, dass Bioanbau gleichzusetzen sei mit einer optimalen Energie- und Klimabilanz relativiert beziehungsweise aufgehoben. Dabei wurde nicht nur die Menge des CO2-Ausstoßes, des Energieverbrauches sowie die Biodiversität der unterschiedlichen Anbauformen – konventionell, integriert oder biologisch – berücksichtigt.

Sie beachtete auch, dass der Biolandbau im Gegensatz zu den anderen Anbaumethoden eine weitaus größere Fläche benötige, um auf die gleiche Menge der Lebensmittel zu kommen, die die anderen Anbauarten produzierten. Integriert oder konventionell arbeitende Betriebe könnten demnach auf der gleichen Anbaufläche den doppelten Ertrag erwirtschaften wie es im Biolandanbau möglich sei.

So kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass der konventionelle und integrierte Anbau in der energetischen CO2-Gesamtbilanz viel besser abschneide als der Biolandbau. Die kontrolliert integrierte Landwirtschaft liefere dabei die besten Ergebnisse. Die Studie bescheinigte dem integrierten Anbau, dass er 14 Prozent weniger Energiezufuhr benötige als der Biolandbau und auch ein geringerer Artenverlust zu beklagen sei als bei anderen Anbaumethoden.

Anbauer, die kontrolliert integriert arbeiten, verzichten zwar nicht wie der Biolandbau grundsätzlich auf künstlich erzeugten Stickstoffdünger oder auf Pflanzenschutzmittel, setzen jedoch andererseits möglichst wenige dieser Mittel ein und verwirklichen geschlossene Nährstoffkreisläufe (etwa über die Düngung mit Kompost). Monokulturen werden beim integrierten Anbau grundsätzlich abgelehnt.

Die Bundesfachgruppen Obst und Gemüseanbau hatten bereits 1991 als erste Produzenten in Deutschland Richtlinien für den kontrolliert Integrierten Anbau festgeschrieben und danach gearbeitet. Daraus ging später der Leitfaden Produktion der QS Qualität und Sicherheit GmbH hervor, der von Standortauswahl über Saatgutwahl bis hin zur ständigen selbstverpflichtenden Weiterbildung der Erzeuger Kriterien zur Produktion bester Nahrungsmittel vorgibt.

Die Studie der Briten Tuomisto, Hodge, Riordan und Macdonald wurde in der Zeitschrift „Agricultural Systems“ veröffentlicht und von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) rezensiert. (zvg)