Kräutergarten Klostermühle: Harmonie, Vielfalt und Genuss

Veröffentlichungsdatum: , Gerlinde Witt

45 verschiedene Lavendel-Sorten baut Klaus Schlosser im Kräutergarten Klostermühle an. Die meisten stammen aus Südengland (Downderry Nursery). Foto: Helix

Auf den ersten Blick scheint der Kräutergarten Klostermühle, an der Südlichen Weinstraße zwischen Landau und Neustadt gelegen, ein „normaler“ Garten mit Anzucht, manueller Produktion und Verkauf zu sein. Doch was Gärtnermeister Klaus Schlosser dort zwischen 2012 und 2015 geschaffen hat, ist mehr als eine „normale“ Bio-Gärtnerei.

Lange Suche nach dem passenden Standort

Lange suchte Schlosser nach einem Standort, der einen historischen Bezug zu einem Kloster hat, vom Klima und von der Topografie her stimmt, der zudem in eine touristische Infrastruktur eingebettet und bei dem die Erreichbarkeit gut ist. 2006 wurde er in Edenkoben fündig – und kaufte das Gelände, auf dem eine durch Brand beschädigte, brachliegende Mühle des ehemaligen Zisterzienserinnen-Klosters Heilsbruck stand. „Hier war alles gegeben. Sogar ein Klostergarten befand sich früher auf diesem Areal“, erklärt der Gärtnermeister.

Schlosser hat bei der Neuanlage des Geländes die Topografie geändert, bestehende Gebäude abgerissen, das Areal in einen öffentlichen und privaten Bereich unterteilt. Dieser ist jedoch bei Führungen und Verkostungen sowie Events ebenfalls geöffnet. Allerdings hat er alles, was bei der Umgestaltung und beim Abriss an Natursteinen, Hölzern und brauchbarem Baumaterial angefallen ist, aufgehoben, sortiert und anschließend wiederverwendet. „Chemie“ sollte beim Bau vermieden werden. Die Grundmauern der heutigen Gebäude gehen auf die alten zurück.

Thematische Gartenbereiche mit Kräutern, Duftpflanzen, Obst und Gemüse

Vom Gesamtareal entfallen etwa 300 Quadratmeter auf die Verkaufsfläche und 160 Quadratmeter auf das Gewächshaus. Der Rest sind Gebäude, Wege und Gartenanlage. Dazu gehören verschiedene Anlage- und Gestaltungsstrukturen: eine Lindenallee nach dem Eingangstor und mehrere Lavendelbeete, ein Teich, in den das Regenwasser der Gebäude einfließt. Daneben gibt es sieben thematische Gartenbereiche mit einer Vielfalt an Heilkräutern und Duftpflanzen, Gewürz- und Küchenkräutern sowie alten und neuen Obst- und Gemüsesorten.

Im Kräutergarten Klostermühle geht es dem Gärtnermeister nicht mehr darum, wie in seinem früheren Gemüsebau-Betrieb Masse zu produzieren und zu verkaufen, sondern den Menschen etwas mit auf den Weg zu geben – „über das Verständnis der Natur, über Ernährung, Aufbau eines guten Immunsystems durch Heilkräuter, durch Frische oder Sauberkeit im Anbau“. Das zeige er unter anderem in seiner Manufaktur im Gewächshaus. Und das seien auch Themen bei seinen Führungen, Verkostungen und Veranstaltungen.

Lavendelfest als jährlicher Höhepunkt im Kräutergarten Klostermühle

Jährlicher Höhepunkt war mehrmals das Lavendelfest, das seine Besucher unter anderem zu Rundgängen, zu Kunsthandwerk und Musik sowie zu kulinarischen Köstlichkeiten mit Zutaten aus dem hauseigenen Kräuter- und Gemüsegarten einlud. Die Lavendelfeste 2020 und 2021 und damit ein Umsatz von je etwa 30 Prozent sind jedoch pandemiebedingt ausgefallen.

► Mehr über Klaus Schlosser und den Kräutergarten Klostermühle lesen Sie in TASPO 2/2022.

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