Grüne Branche

Krise hat nicht so tief getroffen

Noch mal davon gekommen. Von der gesamtwirtschaftlichen Krise nicht so stark getroffen. Mit diesen Worten charakterisierte Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), das abgelaufene Jahr für den deutschen Gartenbau. Doch die Betriebe könnten bessere Preise gebrauchen, sagte er bei der IPM-Pressekonferenz, für Investitionen und als Ausgleich für staatliche Auflagen. So konnten im Gemüseanbau viel bessere Preise erzielt werden als im Katastrophenjahr 2009. Als Beispiel nannte er Spargel, bei dem zwar die Ernte um 13 Prozent geringer ausfiel, die Preise aber um bis zu 20 Prozent in die Höhe kletterten. Auch die Großhandelspreise für Blumen und Pflanzen zogen 2010 an, deutlich vor allem bei Schnittblumen. Vorsichtig optimistisch äußern sich befragte Unternehmen zur Preisentwicklung bei Blumen und Pflanzen, sie sei eher als stabil zu bezeichnen, so Herker. Im Einzelnen hätten sich besonders Orchideen weiterhin gut entwickelt, man könne nicht mehr von einem Boom sprechen, aber sie bleiben auf dem ersten Platz. Die Preise liegen allerdings weiterhin auf niedrigem Niveau, insbesondere bei Phalaenopsis . Insgesamt scheinen die europäischen Verbraucher nach der Krise wieder Vertrauen gefasst zu haben, sagte Herker. Die Märkte für Blumen und Pflanzen profitieren davon, und entwickeln sich positiv. Der west- und mitteleuropäische Markt für Blumen und Topfpflanzen dürfte auf rund 17,4 Milliarden Euro in diesem Jahr anwachsen, so Herker. Eine Entwicklung im deutschen Gartenbau sei vor allem dort gegeben, wo eine funktionierende Vermarktung den Zierpflanzenabsatz fördere. Dabei geht der Strukturwandel in Produktion und Einzelhandel von der kleinen hin zur größeren Fläche weiter. Auch Heinrich Hiep, Präsident des Landesverbandes Gartenbau Rheinland und Vorsitzender des IPM-Beirates, unterstrich die Zuversicht der Branche für das abgelaufene Jahr und die Zukunft. 2010 insgesamt betrachtet liefere zuversichtliche Zahlen, und die wirtschaftliche Lage in der Europäischen Union stabilisiere sich langsam wieder. Er sieht die Verlegung der IPM auf die Wochenmitte im vergangenen Jahr als einen vollen Erfolg, der von Besuchern und Ausstellern positiv honoriert wurde.