Grüne Branche

Kritik am Grünen Dach: „Bisheriger Weg ist falsch“

Volker Schmitt, Präsident des Landesverbandes Gartenbau Rheinland-Pfalz, hinterfragte auf der Mitgliederversammlung am 29. Februar in Bingen, ob man über dem Zentralverband Gartenbau (ZVG) noch ein weiteres „Grünes Dach“ braucht. Schmitt sei sich nach Verbandsangaben mit dem Vorstand einig, dass insbesondere die Nachgiebigkeit gegenüber dem Bund deutscher Baumschulen und dem Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, der falsche Weg sei. 

Auch ein kurzfristig anberaumtes Gespräch am 10. Februar zwischen ZVG-Präsident Heinz Herker und Schmitt habe deutlich gemacht, dass die Positionen sich nicht angenähert haben. Sehr kritisch beleuchtete Schmitt die Aussagen von Herker im Rahmen der Präsidiumssitzung im Januar in Berlin, heißt es weiter. Aussagen wie, es sei ein Armutszeugnis für die, die sich gegen die Entwicklung eines „Grünen Daches“ stellen oder der Forderung Herkers, man solle das Vertrauen haben, dass er zu einer vernünftigen Lösung komme, sonst wäre er als Präsident der falsche, lehnt Schmitt ab, so der Verband.

Zwei Aussagen habe Schmitt scharf kritisiert. Herker habe versucht, die Verbandsvertreter mit abweichenden Meinungen als Störer zu diffamieren und außerdem mit dem Begriff der „Ungläubigen“ zu belegen. Diesen Begriff sollten wir in unserer Verbandsarbeit auch beim heftigen Ringen um die beste Lösung, nicht benutzen, sagte Schmitt den Angaben zufolge. Der Begriff sollte in der Religion verbleiben.

Schmitt sprach über die Aufgabe der Verbände in einer Demokratie: Sie stellen die Informationen und Argumente aus ihrer Sicht zu gewissen Themen vor, und deshalb seien starke Verbände unbedingt notwendig. Wer seinen Berufsverband nicht unterstützt, so Schmitt, indem er nicht Mitglied ist, nicht mitfinanziert, der säge, ohne es zu wissen, schon an dem Ast, auf dem er selbst mit seinem Betrieb sitze. (ts/vrlp)