Grüne Branche

Kritik am WM-Rasen: Zu nass und zu trocken, zu hart und zu weich

Nicht nur bei Spielern von Mannschaften, die bei der laufenden Fußballweltmeisterschaft in den ersten Spielen Schwierigkeiten hatten weiter zu kommen, gibt es kritische Stimmen zum Rasen in den WM-Stadien. Das zuständige Organisationskomitee (OK) des Weltfußballverbandes Fifa hat darauf inzwischen reagiert und beim Thema Wässern das strenge Reglement der Fifa zum WM-Rasen etwas gelockert. In den eigenen Reihen der mit drei Siegen gestarteten deutschen Nationalmannschaft meinte beispielsweise der Stürmer Lukas Podolski in einer Meldung des Berliner Tagesspiegels: „Eine Katastrophe – unten hart und oben weich wie Butter.“ Doch die Kritik bei anderen WM-Spielern lautete zuweilen ganz anders. Der französische Starkicker Thierry Henry äußerte nach dem tristen, torlosen Spiel gegen die Schweiz „zu trocken“, den Japanern war dagegen, wie die Deutsche Welle berichtete, der Rasen mit seiner Sollhöhe von 28 Millimetern „zu lang“ und dem niederländischen Stürmerstar Ruud van Nistelrooy „zu hart“. Er gab auch gleich die Empfehlung, unmittelbar vor der Partie zu gießen. Peter Schließer, Abteilungsleiter Stadien beim OK der Fifa, führte gegenüber der TASPO zu den doch stark von einander abweichenden Aussagen aus: „Jeder Spieler hat sein eigenes Empfinden, jeder Trainer seinen eigenen Wunsch.“ Er sagte aber auch, dass das Wässern des Rasens nun flexibler gehandhabt werden soll. Bislang war nach seinen Angaben im Rasenmanual des OK vorgegeben, dass das Bewässern des Rasens fünf Stunden vor Anpfiff eingestellt werden muss. Dieses Zeitfenster hatte laut Schließer nichts mit Rasenpflege zu tun, sondern mit anderen Dingen, die organisatorisch in dieser Zeit in den Stadien abzuwickeln sind. Nun werde hier flexibel reagiert. Der im jeweiligen WM-Stadion zuständige Greenkeeper könne in Abstimmung mit der Fifa nun auch anders entscheiden. Bei den in der Tages- und Sportpresse zuweilen als Mangel angeführten Flecken im Rasen handelte es sich laut Schließer um Pigmentstörungen, die beim Verlegen zu sehen waren, aber inzwischen herausgewachsen sind.