Grüne Branche

Kritik an Situation der Beschäftigten in Uganda

In ihrem Blumenrundbrief von Oktober 2006 hat die von der Menschenrechtsorganisation FIAN gesteuerte Blumenkampagne den Schnittblumensektor in Uganda kritisch beleuchtet und schwere Vorwürfe erhoben. Uganda sei ein noch recht junger, aber boomender Blumenproduzent für den internationalen Markt. Arbeitsrechtsverletzungen würden in den ugandischen Schnittblumen-Farmen aber massiv vorkommen. Im Juni 2006 gründeten die Blumenarbeiter(innen) in Uganda eine Gewerkschaft, die ihre Registrierung im ugandischen Arbeitsministerium beantragte.

Arbeitskräfte kaum geschützt. Der Schnittblumenanbau erlebe in Uganda derzeit einen rasanten Boom, schreibt FIAN. 20 Blumenplantagen - sie liegen meist in der Region um den Viktoriasee - würden derzeit eine Fläche von 175 Hektar einnehmen. Im Jahr 2005 wurden 7.200 Tonnen Schnittblumen im Wert von 36 Millionen Dollar exportiert, vor allem nach Holland, Norwegen, Deutschland und Großbritannien.

Der ugandische Verband der Blumenproduzenten Ugandas (UFEA) plane eine Ausweitung der Produktionsfläche um 350 Hektar in den nächsten Jahren. Trotz des wirtschaftlichen Erfolgs der betreffenden Betriebe würden die meisten Arbeiter(innen) auf den Farmen in Uganda keine rechtlich verbindlichen, sondern nur mündliche Arbeitsverträge erhalten. Im Fall von geringer Nachfrage, Krankheit oder Schwangerschaft könnten sie kurzfristig entlassen werden. Das Auswärtige Amt erwähnt im Internet, mit einem Jahresvolumen von etwa 30 Millionen Euro sei Deutschland größter Abnehmer ugandischer Güter innerhalb der EU. Neben Kaffee und Tee würden hierbei Fisch, Honig und Schnittblumen eine Rolle spielen.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt die starke Abhängigkeit Ugandas von der Landwirtschaft heraus. In diesem Sektor arbeiten 87 Prozent der Bevölkerung. Die Produktivität der Gesamtwirtschaft Ugandas sei niedrig. Es gebe ein Wohlstandsgefälle zwischen dem armen Norden und Osten des Landes sowie dem reicheren Süden.