Grüne Branche

Kritische Töne zum Label "Fair Flowers and Plants"

Die Menschenrechtsorganisation FIAN hat in ihrem Blumenrundbrief 41 von Dezember 2005 aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Blumenzertifizierung kritisiert und den Initiatoren des neuen Labels FFP (Fair Flowers and Plants) vorgeworfen, mit falschen Karten zu spielen. FIAN, Brot für die Welt und terres des hommes (tdh) würden das Label FFP nicht unterstützen, der für das Flower Label FLP bestehende Verein beteilige sich nicht an FFP. Die betreffenden Organisationen stünden der Etablierung des FFP-Siegels vielmehr äußerst kritisch gegenüber. Anders lautende Informationen in einer auf der Gartenbau-Fachmesse Horti Fair verteilten Broschüre des FFP seien falsch. Die Geschäftsstelle von FFP habe mittlerweile zugesichert, die Namen Brot für die Welt, FIAN sowie tdh aus der Werbebroschüre zu streichen. Einem Bericht des Blumenrundbriefs über die Jahreshauptversammlung des FLP (31. Oktober, Köln) lässt sich entnehmen, dass ein möglicher Beitritt dieses Verbands zum FFP wieder auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 19. Mai 2006 diskutiert werden soll. Bei der Tagung in Köln hätten aber die Einwände überwogen, und es hätten von FFP keine Dokumente vorgelegen, aus denen "ein solide aufgestelltes Budget und/oder ein nachvollziehbarer Zertifizierungsplan des FFP hervorgehen". Hervorgehoben wurde die Befürchtung, bei Anschluss ans FFP werde auch das FLP zu einem reinen Zertifizierungsprogramm und damit als Label für Konsumenten vom Markt verschwinden. Da innerhalb des FFP die Rechte am Label und das Marketing vom Verband des Schnittblumenhandels übernommen wurden, seien die Menschenrechtsorganisationen sowie die Gewerkschaften wichtiger Kontrollfunktionen enthoben. Der Bericht weist auch darauf hin, dass der Verband des Blumengroß- und -importhandels (BGI) sowie der Fachverband Deutscher Floristen (FDF) aus dem FLP ausgetreten sind. Dies wurde vom FDF bestätigt.