Grüne Branche

Kurzumtriebsplantagen: mineralische Stickstoffdüngung ökonomisch und ökologisch nicht vertretbar

Welchen Einfluss hat eine mineralische Stickstoffdüngung auf den Ertrag und welche Umwelteffekte sind damit verbunden? Diese Fragen waren Gegenstand eines durch die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderten Forschungsprojekts am Leibniz-Institut für Agrartechnik in Potsdam-Bornim (ATB). 

Seit 2008 wurde die Stickstoffdynamik des Bodens in einer neu angelegten Kurzumtriebsplantage mit Pappeln und Weiden analysiert. Der Fokus der Untersuchungen lag dabei auf der Auswaschung von Stickstoff sowie den Emissionen von Lachgas (N2O) aus dem Boden. Das klimaschädliche Lachgas wird insbesondere bei der Umsetzung von nicht benötigtem Stickstoff freigesetzt.

Es habe sich gezeigt, dass Weiden und Pappeln in den ersten vier Jahren nach der Pflanzung keine Mineralstickstoffdüngung für ihre Nährstoffversorgung benötigten. Die Pflanzen nutzten den über den Regenniederschlag eingetragenen Stickstoff sowie Vorräte im Boden.

Eine Düngung mit 75 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr resultierte nicht in einem höheren Biomassezuwachs, sondern führte zu erheblichen Auswaschungsverlusten im zweiten Anbaujahr. Knapp die Hälfte der Düngergabe wurde als Nitrat ausgewaschen. Die Emissionen des klimaschädlichen Lachgases stiegen um bis zu 0,2 Kilogramm N/ha * a, so das ATB.

Aufgrund der ausbleibenden Ertragssteigerung und der negativen Umweltwirkungen sei eine Düngung mit mineralischem Stickstoffdünger in den ersten vier Jahren ökonomisch wie ökologisch nicht zu vertreten. Inwieweit dies für folgende Ernteintervalle zutrifft, bleibe noch zu klären. Als sinnvoll hätten sich dagegen Maßnahmen zur Unterdrückung der Begleitvegetation erwiesen, die im Versuch nach zwei Jahren zu einer Ertragsverdoppelung führten.

Die Ergebnisse bestätigen Studien aus mehrjährigen Feldversuchen, die das ATB seit 1994 auf einem Versuchsfeld mit Pappeln und Weiden im zwei- und vierjährigen Kurzumtrieb in Potsdam durchgeführt hat. Darüber hinaus arbeite das ATB an der Entwicklung neuartiger Technologien für die Ernte und Lagerung von Biomasse aus Kurzumtriebsplantagen. Ein vielversprechender Mähhacker für den Anbau an herkömmlichen Traktoren wird derzeit im Praxiseinsatz erprobt. (ts)