Grüne Branche

Ladungssicherung bei Ballenware: Gutachten bringt Klarheit

Endlich Klarheit über die Ladungssicherung von Ballenware bringt nach Angaben der Gartenbau-Berufsgenossenschaft ein vom Sicherheitstechnischen Dienst der Einrichtung in Auftrag gegebenes Gutachten. In vielen Baumschulunternehmen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen beim Transport von Großpflanzen, so der Hintergrund. Denn bei Ladungskontrollen durch Polizeibeamte wurde den Angaben zufolge oftmals die Ladungssicherung bemängelt, und Bußgelder wurden verhängt. Ob die Bußgeldbescheide in jedem Fall zu Recht ergingen, wird von den Experten des Sicherheitstechnischen Dienstes der Gartenbau-Berufsgenossenschaft bezweifelt. Aufschluss darüber, wie Ballenware richtig zu transportieren ist, bringt jetzt ein Gutachten, das ein Statiker im Auftrag des Sicherheitstechnischen Dienstes erstellt hat.

Interessierte können das Gutachten beim Sicherheitstechnischen Dienst der Gartenbau-Berufsgenossenschaft unter der E-Mail: std@gartenbau.lsv.de kostenlos anfordern.

Was nun bei der Ladungssicherung zu beachten ist, hat die Gartenbau-Berufsgenossenschaft nachfolgend zusammengestellt.

Demnach müssen die Baumschulen, die die Ladungssicherung nach dem Gutachten anwenden wollen, folgende Bedingungen erfüllen:

• Die zulässige Nutzlast des Fahrzeuges (Fahrzeugschein) darf keinesfalls überschritten werden.

• Die zulässigen Achsgewichte dürfen nicht überschritten werden.

• Der Fahrzeugaufbau muss mindestens die Hälfte des Ladungsgewichtes bei Formschluss aufnehmen können.

• Der Gesamtschwerpunkt der Ladung muss die Angaben des Lastverteilungsplanes erfüllen, damit Stabilität und alle Vorgaben (Gesamtlast, Achslast, Schwerpunkt …) gegeben sind.

Auch das Gutachten bestätigt, dass die im Bild unten links abgebildete Ladungssicherung mit zwei Gurten nicht ausreichend gesichert ist. Die wichtigste Voraussetzung für die Ballenware ist, dass diese nicht zu den Seiten wegrollen darf. Die äußeren Ballen müssen dicht an den Rungen und Ladebrettern anliegen (Formschluss). Ist das nicht möglich, hätte man die hier gezeigten Ballen mit einem aufgenagelten Kantholz, Keil oder Zurrgurt sichern müssen.

Merke: Bei nicht vollflächiger Ladung (einzelne Ballen) muss durch Formschluss, Keile oder Verspannung sichergestellt sein, dass die Ballen auf der Ladefläche nicht seitlich rollen können.

Merke: Die Baumkronen sind so zu sichern, dass sie sich bei einer Vollbremsung nicht aufrichten können. Dafür reicht ein Zurrgurt in der Überspannung (Niederzurrung) aus, der nur so weit gespannt wird, dass er während der Fahrt nicht von den Baumkronen abfallen kann.

Gedanklich ist das Stapeln von Ballenware der Übergang zum Schüttgut (Erde/Mutterboden). Der Grenzwert Schüttgut erklärt die Stabilität der Ladung. Ein Kubikmeter Mutterboden als Schüttung auf einer Ladefläche ist sicher stabil. Gleiches gilt im Prinzip auch, wenn diese Menge Mutterboden in Form eines Ballens geladen wird, wenn sichergestellt ist, dass der Ballen nicht zu den Seiten wegrollen kann.