Grüne Branche

Laga Deggendorf: Da schlägt das gärtnerische Herz höher

Es ist die 17. Bayerische Landesgartenschau und nach langer Zeit die zweite in einer niederbayerischen Stadt: Deggendorf wird vom 25. April bis 5. Oktober 2014 zur gärtnerischen Landeshauptstadt. Die Landesgartenschau Deggendorf 2014 punktet mit einer spektakulären Parklandschaft. Das Prunkstück bilden die Deichgärten, die auf einem eigens errichteten Parkdeck liegen und mit einer bunten Pflanzung in Wellenform in Staunen versetzen. 

Ein Teil des Ausstellungsbereiches auf der Landesgartenschau Deggendorf ist der Stadthallenpark. Foto: Laga Deggendorf 2014

Auf rund 3.900 Quadratmetern blüht es während der Landesgartenschau Deggendorf. Insgesamt wurden 5.200 Quadratmeter bepflanzt. Alleine 80.000 Tulpen bereichern die Frühjahrspflanzung. Es gibt von einigen Gattungen, wie dem Salbei (Salvia), mehrjährige Stauden und nicht winterharte Sommerblumen. Diese sind hier ganz bewusst in den Staudenbeeten und den Wechselflorbeeten gepflanzt, um die Verbindung zwischen beiden Pflanzungstypen herzustellen.

Doch auch sonst ist die Blütenwelle im selben Farb- und Formbild wie die Stauden zu sehen. Dafür sorgen im Frühjahr die wellenförmig angeordneten Blumenzwiebeln. Der Sommerflor schwingt mit Löwenmäulchen (Antirrhinum), Zinnien (Zinnia) und vielen Dahlien in dieser großen Welle mit. Eisenkraut (Verbena) zieht sich locker durch alle Flächen hindurch. Das sind nur einige der unzähligen Sorten von 406 insgesamt auf dem ganzen Gelände.

Ob Promenadegärten, die Staudenpflanzungen am Stadthallenteich und Bogenbach, oder die Promenadegärten im Donaupark und die Gräserwelle in den Fischergärten; sie alle haben eines gemeinsam – an allen 164 Tagen Gartenschau bieten sie dem Besucher ein üppiges Landschaftsbild. Gerade die Staudenpflanzungen sind so abgestimmt, dass es zu jedem Zeitpunkt blüht.

Des Weiteren werden Objekte der Glasschaffenden aus dem Bayerischen Wald in einzigartiger Weise in die Beete mit Stauden und Gräsern integriert. Farbige Figuren zeigen die Vielfalt der Kulturen. Diese Kombination stellt ein Wechselspiel von Natur und Kunst dar.

Die Donau ist das zentrale Element der Laga Deggendorf und wird von einer der längsten Fuß- und Radwegebrücken Europas überspannt, um in den auf dem rechten Donau-Ufer liegenden Teil der Gartenschau zu gelangen. Dort schlägt das gärtnerische Herz, und das fast schon vergessene Handwerk der Donaufischer wird noch einmal zum Leben erweckt. Das 456 Meter lange Bauwerk ist die einzige reine Fuß- und Radwegebrücke zwischen Passau und Straubing. Die über 500 Meter lange Donaupromenade mündet in einem Donaustrand mit Holzdeck und Strandbar.

Die Umfriedung des Ausstellungsteils „Grabgestaltung: Gartenkunst auf kleinstem Raum“ erinnert an historische Grabbretter, die die kulturelle Bedeutung des Grabes seit alters her bis heute verdeutlichen. Sie stehen im Kontrast zum Beitrag der bayerischen Friedhofsgärtner und Steinmetze, die hier gemeinsam die heutige Kunst der Grabgestaltung präsentieren.

Gezeigt werden Möglichkeiten, die sehr begrenzte Graboberfläche stimmig zu gestalten, wobei Form und Farbe des handwerklich gearbeiteten Grabsteins berücksichtigt und mit einbezogen werden. Verschiedene Bodendecker geben durch Blattfarbe und Form Struktur, ihre Wuchshöhe modelliert die Grabfläche. Den Rahmen und die optische Verbindung zum Grabzeichen schaffen besondere Gehölze. Die jahreszeitlich wechselnden Blütenbänder oder -flächen lockern die streng geschnittenen Bodendeckerflächen auf.

Sieben Themengärten zeigen auf 1.600 Quadratmetern, welche Details auch zuhause vor der eigenen Haustüre gärtnerische Glanzpunkte setzen. Sie haben so klangvolle Namen, wie „Ihr Traumgarten – Ein Platz zum Träumen“, „Garten zeitloser Momente“, oder „Garten Eden – Menschwerdung im eigenen Garten“. Die Baumschulen präsentieren kreative Formgehölze. Das Thema Gemüse kommt gerade für Genießer ebenfalls nicht zu kurz. Ein Moorbeet zeigt heimische Karnivoren und winterharte Freiland-Orchideen.

Der Betongarten sorgt für einen Farbrausch, der die Sinne berührt. Der Baustoff Beton bietet viele Möglichkeiten, das natürliche Umfeld anspruchsvoll zu gestalten und dennoch stets im Einklang mit der Natur zu bleiben. Die gestalterische Vielfalt der Betonsteinprodukte zeigt sich hier auf Wegen und Plätzen, an Mauern und in Form gegossener Elemente.

Inmitten der Blütenpracht der Fischergärten finden sich gärtnerische Beratung und Information rund ums Grün. Wer seinen Pflanzen in Haus und Garten was Gutes tut, dem helfen Gärtner und Experten in Sachen Grün gerne weiter. Jeden Tag gibt es ein anderes Thema und einen anderen Schwerpunkt:

  • Montag: Beratungstag Gartenplanung Schritt für Schritt,
  • Dienstag: Beratungstag Pflanzenverwendung im Hausgarten,
  • Mittwoch: Beratungstag Materialverwendung im Hausgarten,
  • Donnerstag: Pflanzenschutz im Hausgarten,
  • Freitag, Samstag und Sonntag: Tipps und Tricks rund um den Grünen Daumen.

Gärtner und Gartenprofis informieren zu speziellen gärtnerischen Themen. Welche Pflanzen eignen sich für Beet und Balkon? Was ist bei der Pflege meiner Zimmerpflanzen zu beachten? Oder welche Stauden eignen sich für den Steingarten? Hier findet sich auf alle Fragen die richtige Antwort.

Auf zwei kreativ gestalteten Spielplätzen in riesigen Dimensionen, mit Spieltürmen, Rutschen, Kettenbrücken und bei einem spannenden Mitmachprogramm können Kinder einen unbeschwerten Tag auf der Landesgartenschau verbringen. Unter anderem 82 Ausstellungsbeiträge unterhalten die Besucher. Zwölf wechselnde Blumenschauen warten in der Blumenhalle. (ts)