Grüne Branche

Landesgartenschau Bad Iburg 2018: aus und vorbei?

Die Landesgartenschau 2018 in Bad Iburg ist allen Anzeichen nach schon jetzt Geschichte. Denn das anvisierte Haushaltsbudget für 2015 wurde vom Rat der Stadt überraschend nicht genehmigt. TASPO-Online fragte bei Bürgermeisterin, Förderverein und der berufsständischen Fördergesellschaft Landesgartenschauen nach Gründen und Lösungsansätzen.

Der Förderverein der Landesgartenschau Bad Iburg nahm die Entscheidung des Stadrats mit Überraschung auf. Foto: Screenshot

Querelen um die Durchführbarkeit der Landesgartenschau hatte es in der Vergangenheit schon gegeben. CDU und Grüne zweifelten stets an dem Projekt. Dann kam 2013 die Wende in der Politik, eigentlich schien der Bad Iburger Rat nach erneuter Abstimmung nun auf einer Linie zu sein.

Rückenwind für die Landesgartenschau hat gefehlt

„Trotzdem habe ich mich immer so gefühlt, als würde der Rückenwind für die Landesgartenschau fehlen, alle Diskussionsrunden und Abstimmungen zu dem Thema waren sehr zäh“, berichtet die Bad Iburger Bürgermeisterin Annette Niermann am Telefon. Die Stadt sei davon ausgegangen, in den kommenden drei Jahren rund 1,8 Millionen Euro in das Projekt investieren zu müssen. Für die Bürgermeisterin ist die Absage ein heikles Thema, da sie eine erfolgreiche Durchführung der Landesgartenschau in ihrem Wahlkampf vor einem Jahr zum Thema gemacht habe.

Landesgartenschau scheitert an nicht genehmigtem Haushalt

Die Christdemokraten stellten in der Ratssitzung am Donnerstag nun einen Antrag, den Haushalt für 2015 nicht zu genehmigen und gewannen die Mehrheit der Mitglieder.

„Für uns kommen der Antrag in dieser Form und die Entscheidung mehr als überraschend, denn wir haben noch am Montag mit der CDU gesprochen und da hieß es, die Fraktion stünde hinter der Landesgartenschau Bad Iburg“, sagte der Vorsitzende des Fördervereins der Landesgartenschau, Mathias Pohlmann, im Telefoninterview. Allerdings hätten sich die Vorbereitungen und Gespräche in den letzten Wochen eher schleppend gestaltet.

Am Förderverein sind inzwischen 50 regionale Unternehmen beteiligt, die bereits eine Silber-, Gold- oder Platin-Mitgliedschaft gezeichnet haben. „Ein Platin-Fördermitglied zahlt 1000 Euro pro Jahr; wir werden uns am Wochenende im Vorstand beraten, wie wir nun – nicht nur im Hinblick auf bereits gezahlte Beiträge – weiter vorgehen und ob es noch Möglichkeiten gibt, die Landesgartenschau irgendwie durchzuführen“, so Pohlmann.

Berufsständische Fördergesellschaft: „Wir werden versuchen, Druck zu machen“

Auch der Geschäftsführer der berufsständischen Fördergesellschaft Landesgartenschauen Niedersachsen, Harald Mikulla, zeigte sich überrascht: „Wir werden uns mit dem Ministerium für Landwirtschaft austauschen und versuchen, noch einmal Druck zu machen, damit die LaGa vielleicht doch stattfindet, allerdings habe ich hier wenig Hoffnung.“

„Wir haben erst vor Kurzem die Ausschreibung für den Architekten-Wettbewerb an einen Dienstleister übergeben; das ist bisher der einzige nennenswerte finanzielle Aufwand, der im Vorfeld getätigt wurde; der Geschäftsführer der Durchführungsgesellschaft Helmut Eicker hat bisher auf ehrenamtlicher Basis gearbeitet“, so Mikulla weiter. Ab dem 1. April hätte Eicker eine Aufwandsentschädigung bekommen. Auch ein zweiter Geschäftsführer war bereits ausgesucht, aber noch nicht berufen worden.

Mehrkosten der Landesgartenschau Papenburg als Grund ausgemacht

Ein Grund der Ratsentscheidung waren besorgniserregende Informationen zur Landesgartenschau Papenburg. Dort traten 3,4 Millionen Euro unerwarteter Mehrkosten auf. Informationen der Neuen Osnabrücker Zeitung zufolge hatte die Geschäftsführung Rechnungen unterzeichnet, ohne die Genehmigung der Gesellschafterversammlung einzuholen. „Helmut Eicker ist ein sehr erfahrener Mann, der in und um Bad Iburg sehr gut vernetzt ist; außerdem hätte ein guter Businessplan solche Sorgen von vorneherein beseitigen können“, sagte der Vorsitzende des Fördervereins in diesem Zusammenhang.

Dass noch kein offiziell abgesegnetes Konzept für die Landesgartenschau bestand, bereitet Harald Mikulla keine Sorgen. „Auch bei anderen Veranstaltungen dieser Art stand das Konzept erst ein Jahr vor dem Start, das ist für Niedersachsen nicht ungewöhnlich“, sagte er. In anderen Bundesländern stünden die Konzepte oft früher, allerdings dürfe hier nicht vergessen werden, dass größere Investitionssummen auf dem Spiel ständen. 

Endgültiges Aus für Landesgartenschau Bad Iburg 2018?

Doch war es das nun endgültig für die Landesgartenschau Bad Iburg 2018? „Vielleicht könnten wir versuchen, Bad Gandersheim ins Boot zu holen. Die Stadt hatte sich ja ebenfalls um eine Ausrichtung der Landesgartenschau beworben. Allerdings bin ich hier eher skeptisch“, so Harald Mikulla. Auf ein Umschwenken aus politischer Richtung hegt auch die Bürgermeistern Annette Niermann keine Hoffnung. „Wir können noch einmal appellieren und so vielleicht andere Investoren als die Stadt finden“, sagt sie.  (cm)