Landesgartenschau Ingolstadt öffnet erst im April 2021

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Nicht wie geplant in diesem Jahr, sondern erst am 23. April 2021 wird die Landesgartenschau Ingolstadt ihre Tore öffnen. Damit haben sich die Verantwortlichen gegen die Möglichkeit entschieden, das Gelände in diesem Jahr zumindest temporär und teilweise für Besucher zugänglich zu machen. Die beteiligten Garten- und Landschaftsbau-Betriebe begrüßen diesen Beschluss.

Landschaftsgärtner haben viele Arbeiten auf Landesgartenschau-Gelände gestoppt

Nachdem der Eröffnungstermin der Landesgartenschau Ingolstadt – die planmäßig am 24. April hätte starten sollen – mehrmals wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde und die Veranstalter ein Konzept zur Verschiebung ins nächste Jahr ausarbeiteten, wurden viele Arbeiten auf dem Gelände aus Kostengründen gestoppt – so auch an den Ausstellungsbeiträgen der Landschaftsgärtner. Besucher bekämen somit bei einer Geländeöffnung zum jetzigen Zeitpunkt ein komplett falsches Bild von der Leistungsfähigkeit der GaLaBau-Fachbetriebe vermittelt, erklärt der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Bayern.

„Der halbfertige Eindruck würde die Arbeit unserer Mitgliedsbetriebe zunichtemachen, die sich teils jahrelang auf die Gartenschau vorbereitet und viel Geld investiert haben. Das muss man verstehen“, sagt VGL-Präsident Gerhard Zäh. „Wir nutzen nun jedes Sparpotenzial und werden deshalb nach dem Frühjahrsflor nichts nachpflanzen. Auch der weitere Pflegeaufwand wird auf ein Minimum reduziert. Die Landschaftsgärtner werden erst wieder vor Eröffnung der Landesgartenschau 2021 voll einsteigen.“ Da die Aussteller für ihre Beiträge die Haftung übernehmen, hätten die beteiligten Betriebe zudem höhe Kosten für deren Absperrung, Sicherung und Bewachung zu tragen.

Bayerns GaLaBau-Betriebe mit insgesamt neun Themengärten in Ingolstadt

Insgesamt neun Themengärten wollen die bayerischen Landschaftsgärtner für die unter dem Motto „Inspiration Natur“ stehende Landesgartenschau Ingolstadt beisteuern, die nach dem am 7. Mai vom Aufsichtsrat der Landesgartenschau Ingolstadt 2020 GmbH und dem Stadtrat der Stadt Ingolstadt getroffenen Beschluss nun vom 23. April bis 3. Oktober 2021 stattfinden wird:

  • „Nachhaltiger Garten“ von Garten- und Landschaftsbau Fiedler – hauptsächlich regionale Qualitätsprodukte mit kurzen Transportwegen und langer Lebensdauer kommen für den 215 Quadratmeter großen, barrierefreien Schaugarten den Angaben zufolge zum Einsatz; standortgerechte Bepflanzung mit Stauden und Gehölzen, wobei ein Teil der Fläche als Obst-, Gemüse- und Kräutergarten genutzt wird; gedüngt wird mit Kompost
  • „Ideenschmiede im Freiraum“ von Därr Landschaftsarchitekten und Garten- und Landschaftsbau Fiedler – Blickfang im Zentrum dieses 245 Quadratmeter großen Schaugartens ist ein weißer Kubus mit Schaukeltisch und leicht schwingenden Stühlen; schnellwachsende Kletterpflanzen begrünen die den Kubus überspannenden Stahlseile
  • „Leben im Fluss“ von Freisinger Gartenschmiede – 289 Quadratmeter großer Themengarten mit geschwungenen und runden Elementen, der zentrale Weg aus Holzbohlen zieht sich fließend durch den Garten; Mittelpunkt ist (im Gegensatz zum herkömmlichen Fokus) nicht das Wohnhaus, sondern der Garten selbst
  • „Ein-Blick ins Paradies Weiß-Blau“ von Kiermeier Gärten zum Wohlfühlen – bayerisches Lebensgefühl auf 187 Quadratmeter energie- und ressourcenschonender Gartenwelt, die mit moderner Formensprache geomantische Gesichtspunkte berücksichtigt; ein Schwimmteich mit Wasserfall repräsentiert das Voralpenland, Wege und Kiesflächen die Münchner Schotterebene; eine bewachsene Pergola mit Sitzplatz symbolisiert die Bauwerke und Gärten von König Ludwig; blühende Pflanzungen in den bayerischen Landesfarben stellen landwirtschaftlich genutzte Flächen, Wiesen und Wälder dar; für den Bau wurden ausschließlich heimische Materialien wie Granit aus dem Bayerischen Wald verwendet
  • „Positive Manipulation von Raumgefühl“ von Gartenidee Kuchler in Kooperation mit Gartenarchitekt Alexander Koch und Designer Peter Schreyer – durch die optische Vergrößerung der Freiräume reduziert sich in dem 222 Quadratmeter großen Schaugarten der Flächenverbrauch; über QR-Codes auf dem Boden lassen sich Internetseiten mit Infos zu den Methoden aufrufen; im Zentrum des Konzepts mit Wegen, Pflanz- und Wasserflächen steht der Kontrast von strenger Linie und freier Form
  • „Gebrauchter Garten“ von Majuntke Professionelles Grün und dem Landschaftsarchitekturbüro Freiraum – 249 Quadratmeter großer, unkonventioneller Nutzgarten mit unter anderem einem Pfad aus recyceltem Ton- und Ziegelsplitt, einem Holztor aus gebrauchten Balken sowie Hochbeeten aus Betonringen und gebrauchten Fässern; ein weiterer Bereich ist das „Wohnzimmer“ mit Sitzelementen aus alten Autoreifen und der aus einer ausrangierten Sandsack-Füllanlage gestalteten Gartenbar
  • „Refugium“ von Andreas Thoma Garten- und Landschaftsbau – Rückzugsort für Menschen, Insekten und Kleinstlebewesen auf 241 Quadratmetern; klare Formensprache im Zusammenspiel mit naturnaher Bepflanzung, zu der unter anderem Duftstauden, verschiedene Obstgehölze und essbare Pflanzen gehören; Verwendung von recycelten Materialien oder solchen, die bereits für zukünftige Projekte verplant sind oder nach dem Ende der Landesgartenschau zum Verkauf angeboten werden
  • „Manche mögen’s heiß“ und „Man lebt nur zweimal“ von Stauden Haid – während der erstgenannte Beitrag ein 234 Quadratmeter großer Klimawandelgarten ist, dessen Bepflanzung an geringe Niederschläge und hohe Temperaturen bei ausreichender Winterhärte angepasst ist, demonstriert der zweite Beitrag auf 255 Quadratmetern, wie Gegenstände durch Upcycling eine neue Aufgabe erhalten