Grüne Branche

Landesgartenschau Rathenow 2006 vom 22. April bis 15. Oktober: Florale Genüsse in den Farben des Regenbogens

Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Farben durch alle Bereiche der Landesgartenschau Rathenow 2006 vom 22. April bis zum 15. Oktober. Das betrifft die naturwissenschaftlich geprägten Darstellungen, den Optik-Lehrpfad und das „Grüne Klassenzimmer“ ebenso wie die gärtnerischen Themen. Die Planung des Gartenschaugeländes erfolgte nach dem Motto „Den Farben auf der Spur“. Der Besucher betritt das Gelände im Bereich der Mühle, in der sich auch die Florahalle mit den Blumenschauen befindet. 14 wechselnde Hallenschauen zum Thema Farben werden hier auf jeweils 450 Quadratmetern präsentiert. Vom Mühlenbereich führt der Weg unterhalb der B188 über eine Steganlage in einem 65 Meter langen Schubleichter zum knapp zehn Hektar großen Schwedendammgelände. Klanginstallation sollen vom Autolärm ablenken. Angekommen auf dem Stadtplatz führt der Rundgang vorbei an den Staudenpflanzungen im Schatten und Halbschatten der Bäume. Ein mit Kokosmatten bepflanzter Lärmschutzwall verhindert die Beeinträchtigung durch den Straßenverkehr. Vorbei an Optik-Spiellandschaft und Strandpromenade mit Standkörben kommt das Café am Ufer mit seinen sonnenanbetenden Stauden in Sicht. Der angrenzende Karpfenteich kann über die begehbare Weltzeituhr betreten werden. 350 Seerosen erblühen an verschiedenen Stellen. Mit seinen begehbaren Farbformen kann auch der Zufluss zum Karpfenteich betreten werden.

Das Highlight auf dem Schwedendammgelände sind die bepflanzten „Farbstrahlen“, die den Hauptteil der 4000 Quadratmeter großen Wechselflorfläche darstellen. Ausgangspunkt der Strahlen sind zwei Farbpyramiden, die entweder ihre rote und gelbe Seite oder ihre blaue und grüne Seite den Wechselpflanzungen zuwenden. Die Beete wurden auf einem imaginären Lichtstrahl angelegt. Für die Farbwahl standen die sieben Spektralfarben Pate. Die Strahlen beginnen an den Farbpyramiden in den jeweiligen Farben der Pyramiden-Vorderfront. An den Strahlungsschnittpunkten ändert sich die Farbe entsprechend der physikalischen Lichtaddition. So wird aus Dunkelblau und Orange beispielsweise Magenta.

Wechselflorflächen entstehen zu Beginn der Gartenschau mit Frühjahrsblühern wie Stiefmütterchen und Primeln sowie Zwiebelblumen wie Tulpen und Narzissen. Sommerblumen wie Zinnien, Studentenblumen, Leberbalsam und Verbenen, Vanilleblumen und Fleißiges Lieschen zieren dann die farbenprächtigen Beete. Ein Teil der Beete erfährt im September einen weiteren Wechsel mit einer Herbstbepflanzung, die vorrangig aus Chrysanthemen und Heide besteht.

Im Gegensatz zu den farbigen Lichtstrahlen sind die Erdwälle, die das Gelände abgrenzen, weiß ausgestattet. Der Bezugspunkt ist hier das Licht, denn Licht, das nicht durch ein Prisma aufgefächert wird, ist weiß. Damit wird das Gelände optisch erweitert. Gleiches wird auch durch die Schaffung von Sichtachsen erreicht. Der Besucher hat die Möglichkeit, an die Pflanzungen heranzutreten und an ihnen entlangzugehen. Sitzgelegenheiten laden inmitten der farbigen Blumenpracht zum Verweilen ein.

Eine gesonderte Anlage wird dem Thema Rosen – hinter den Prismen – gewidmet, die 2000 Exemplare dieser Königin der Blumen kombiniert mit Stauden und Kräutern aufnehmen wird. Die Uferbepflanzung am Havelaltarm wurde dagegen naturnah mit Stauden gestaltet.

Im Bereich alter, zum Teil efeubewachsener Bäume befindet sich die Anlage mit zwanzig Grabstellen. Jeweils ein Drittel wird als Urnen-, Einzel- und Doppelgräber gestaltet. Ergänzt wird der Bereich durch Symbolpflanzen, Hortensien und Fuchsien. Symbolpflanzen sind Pflanzen, die bestimmte Gefühle im täglichen Leben ausdrücken.