Landgard: Geschäft zum Jahresende ist gut gelaufen

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Amaryllis, hier in einem (vor-)weihnachtlichen Blumenstrauß, gehörte zu den Gewinnern. Foto: Green Solutions

Wie war der Geschäftsverlauf zum Jahresende, welche Ware ging besonders gut und wann waren die umsatzstärksten Zeiten? Das fragten wir die Vermarktungsorganisation Landgard, die für uns Bilanz zum Advents-, Weihnachts- und Silvestergeschäft 2021 zieht.

Entwicklung des Geschäftsverlaufs bei Landgard

Wie Landgard zusammenfasst, entwickelte sich der Geschäftsverlauf in den Cash & Carry-Märkten bis zum 1. Advent positiv. Ab der Veröffentlichung der neuen Corona-Regeln war mit regionalen Ausnahmen zunächst ein deutlich negativer Geschäftsverlauf zu verzeichnen. In der Vorweihnachts- und Silvesterwoche entwickelten sich die Umsätze dem Vermarkter zufolge im Vergleich zum Vorjahr stabil und regional zum Teil erheblich besser. Bei den deutlichen Steigerungen gegenüber den Vorjahresumsätzen sei jedoch zu berücksichtigen, dass in Teilen des Handels im Dezember 2020 ein Lockdown herrschte.

Der Landgard Deko & Floristikbedarf war dank frühzeitiger Mengenfestlegungen und Bestellungen bei den Lieferanten in allen Sortimentsbereichen durchgängig verkaufsfähig. Insgesamt konnte hier eine positive Umsatzentwicklung verzeichnet werden, erklärt das Unternehmen. Gleiches gelte für Bloomways, wo in Summe eine höhere Nachfrage und ein höheres Umsatzvolumen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet worden sei. Ebenfalls auf ein gutes Advents-, Weihnachts- und Silvestergeschäft blicke der Landgard-Fachhandelsvertrieb zurück. Im Vertrieb Baumärkte sei das Kaufverhalten der Kunden aufgrund mangelnder Frequenz in den Märkten geringer als in einem üblichen Jahr gewesen und habe auch insgesamt unter dem Vorjahr gelegen. Zwischen Heiligabend und Silvester hat der Vertrieb Baumärkte dennoch Steigerungen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet, so der Vermarkter. Während vor einem Jahr in dieser Zeit aufgrund des Corona-Lockdowns im Handel keine Umsätze generiert werden konnten, lagen die Umsätze im Retail-Bereich im Dezember 2021 in den Bereichen Schnitt und Topf um fast 14 Prozent über dem Vorjahreszeitraum und um fast 30 Prozent über dem Plan, so Landgard.

Umsatzstärkste Zeiten teils schon vor dem 1. Advent

Als umsatzstärkste Zeiten in den Cash & Carry-Märkten nennt Landgard die Wochen vor dem 1. Advent. Weitere Umsatzhöhepunkte gab es demnach in den Wochen vor Weihnachten beziehungsweise Silvester. Bei Bloomways habe traditionell das unmittelbare Weihnachtsgeschäft in der 51. Kalenderwoche und hier insbesondere der 21. und 22. Dezember die höchsten Umsätze gebracht. Im Fachhandelsvertrieb wurden die besten Umsätze dem Vermarkter zufolge bereits in den Wochen vor dem 1. Advent erzielt. Im Vertrieb Baumärkte sei dies in der Zeitspanne von vor dem 1. und bis zum 2. Advent der Fall gewesen. Ähnlich war den Angaben zufolge der Verlauf im Retail, wo die umsatzstärkste Zeit vom Beginn bis zur Mitte des Monats Dezember gereicht habe. Danach war eine gewisse Zurückhaltung zu verspüren, so Landgard.

Preisniveau im Vergleich zum Vorjahr höher

Beim Preisniveau beobachtete die Vermarktungsorganisation, dass es in den Cash & Carry-Märkten in der Advents-, Weihnachts- und Silvestersaison leichte Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab. Bei Bloomways habe das Preisniveau in Summe deutlich über dem Vorjahr gelegen – vor allem Amaryllis erreichten den Angaben zufolge ein auffällig hohes Niveau. Ein ähnliches Bild lieferte laut Landgard der Fachhandelsvertrieb, wo das Preisniveau ebenfalls etwas höher als im Vorjahr gelegen habe. Als Ursache dafür nennt der Vermarkter unter anderem höhere Einstandspreise für Hartwaren aus Übersee. Das Preisniveau im Vertrieb Baumärkte bezeichnet Landgard bei geringer Warenverfügbarkeit als insgesamt gut. Vor allem Weihnachtssterne waren demnach früh ausverkauft, und auch der Arbeitskräftemangel in Schnittgrün-Betrieben habe sich auf die Warenverfügbarkeit ausgewirkt. Im Retail sind die Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahr gestiegen, so Landgard. Die Abgabepreise an die organisierten Kunden lagen hingegen auf Vorjahresniveau.

Top-Seller und Ware, die weniger gut lief

In den Cash & Carry-Märkten gab es Landgard zufolge keine eindeutig identifizierbaren Top-Seller. Bei gängigen Artikeln wie Euphorbia, Oxalis, Rhododendron und Helleborus konnten leichte Steigerungen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden, während Gaultheria, Picea und verzweigte Phalaenopsis gegenüber dem Vorjahr leicht verloren haben. Bei Bloomways gehörten laut Landgard Amaryllis zu den Gewinnern. Die Umsatzsteigerung sei hierbei durch die hohen Einkaufspreise getrieben. Bei Tanne wurde dagegen ein Umsatzrückgang verzeichnet.

Im Fachhandelsvertrieb war nach Aussage des Vermarkters die Nachfrage nach Moos und Schnittgrün besonders groß. Calocephalus lief im Vergleich zu den Vorjahren dagegen schlechter. Im Retail zählten Kräuter in allen Variationen, Added-Value-Artikel, Weihnachtssterne, Tannenbäume und Amaryllis zu den Gewinnern des zurückliegenden Advents-, Weihnachts- und Silvestergeschäfts. Weniger gut ist es laut Landgard für Helleborus und frühe Winterblüher gelaufen, nicht zuletzt aufgrund ihrer mangelnden Verfügbarkeit.

Corona-bedingte Planungsunsicherheit erhöht Einkaufsrisiko

Wie Landgard weiter ausführt, habe die Vorankündigung von neuen, zunächst nicht näher beschriebenen Corona-Schutzmaßnahmen durch die Politik in den Cash & Carry-Märkten zunächst zu einem Rückgang der Nachfrage geführt. Umsatzsteigerungen gegenüber dem Vorjahr waren dann zum Jahresende zu verzeichnen. Aufgrund der schwerer zu kalkulierenden Mengen, habe die mit der Corona-Pandemie verbundene Planungsunsicherheit bei Bloomways zu einem höheren Einkaufsrisiko geführt. Ein insgesamt weiterhin vorsichtiges Einkaufsverhalten beobachtete Landgard auch beim Fachhandelsvertrieb. Dennoch hätten die Einkäufer deutlich offensiver agiert als im letzten Jahr, als rund um den Jahreswechsel ein Lockdown herrschte. Im Vertrieb Baumärkte war den Angaben zufolge die gesamte Advents-, Weihnachts- und Silvestersaison durch Lieferengpässe bei Import-Ware geprägt. Darüber hinaus habe die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu einer geringeren Frequenz in den Filialen der Kunden geführt.

Auch der Retail-Bereich von Landgard war von Lieferengpässen betroffen, die dem Vermarkter zufolge auf die weltweiten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lieferketten zurückzuführen sind. Vor allem Hartwarenartikel wie Keramiken wurden demnach verspätet geliefert, weswegen einzelne Aufträge nicht abgewickelt werden konnten. Zusätzlich zu den Lieferengpässen beeinflussten im Retail auch enorme Preiserhöhungen bei allen Hartwarenartikeln wie Kartons, Wasserpaletten, Keramiken oder Tüten sowie eine Frachtraumverknappung das Advents-, Weihnachts- und Silvestergeschäft. Die vorübergehenden Geschäftsschließungen in einigen Ländergesellschaften haben darüber hinaus zu einem erheblichen administrativen Aufwand geführt und es gab Schwierigkeiten bei der Fremdpersonalbeschaffung, erklärt das Unternehmen.

Umsatzanteil des Advents- bis Silvestergeschäfts im Vergleich zum Vorjahr

Als schwierig bezeichnet Landgard den Vergleich mit dem Vorjahr, aufgrund des im Dezember 2020 in Teilen des Handels herrschenden Lockdowns. Bis zum 1. Advent des Jahres 2021 lagen die Umsätze in den Cash & Carry-Märkten demnach auf Vorjahresniveau. Nach der Ankündigung von neuen Corona-Schutzmaßnahmen durch die Politik sei der Umsatz dann eingebrochen, in der Woche vor Weihnachten und in der Silvesterwoche entwickelten sich die Umsätze in den Märkten dann wieder positiv gegenüber dem Vorjahr. Bei Bloomways hatte das Advents-, Weihnachts- und Silvestergeschäft 2021 laut Landgard einen Anteil von 8,5 Prozent am Gesamtumsatz, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert bedeute, der maßgeblich durch die damals geltenden strengeren Corona-Beschränkungen inklusive Lockdown beeinflusst worden war.

Im Fachhandelsvertrieb war der Umsatzanteil laut Landgard höher als im Vorjahr. Die Bedeutung des Advents-, Weihnachts- und Silvestergeschäfts für den Fachhandelsvertrieb sei allerdings bei weitem nicht mit der Bedeutung im LEH zu vergleichen. Den Umsatzanteil des Advents- bis Silvestergeschäfts im Vertrieb Baumärkte gibt Landgard als gering an. Der Fokus liege hier eher auf dem Frühjahr. Im Retail-Bereich macht das Dezembergeschäft in Summe demnach fünf Prozent des gesamten Jahresumsatzes aus.

► Wie Landgard die Aussichten für das Frühjahr einschätzt, lesen Sie in TASPO 2/2022.

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