Grüne Branche

Landgard gibt hohe Verluste bekannt und blickt wieder nach vorn

61,5 Millionen Euro, so hoch ist der Verlust in 2011, gab die Vermarktungsorgansation Landgard im Nachgang zu ihrer Vertreterversammlung am 23. Oktober in Kevelaer bekannt. Für 2012 wird ein deutlich besseres Ergebnis erwartet. Als weitere Stichpunkte nennt Landgard:
• Realisierung von 10 Millionen Euro Kostenpotenzial bis 2016
• Einzelmaßnahmen zur Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung definiert
• Geschäftsmodell grundsätzlich intakt und zukunftsfähig



 

Der neue Landgard-Vorstand will das Unternehmen wieder profitabel machen und die Rolle als Vermarkter gartenbaulicher Erzeugnisse stärken.

„Durch eine Vielzahl von Maßnahmen haben wir das Unternehmen seit unserem Amtsantritt im Juni finanziell stabilisiert. Wir haben die Kosten gesenkt, Prozesse optimiert und alle Geschäftsaktivitäten auf den Prüfstand gestellt“, erklärte Vorstand Gerold Kaltenbach am Mittwoch im Rahmen eines Pressegesprächs. Landgard sei heute wieder absolut leistungsfähig und könne seine Rolle als Vermarkter in vollem Umfang wahrnehmen. 


Organisatorische Defizite und Sondereffekte
Das Geschäftsjahr 2011 schloss Landgard mit einem Verlust von minus 61,5 Millionen Euro vor Ertragsteuern ab. Gründe hierfür waren in erster Linie organisatorische und interne Defizite, hervorgerufen durch das schnelle Wachstum in der Vergangenheit. Hinzu kamen äußere Einflüsse wie die EHEC-Krise sowie die Insolvenzen von zwei wichtigen Kunden in Deutschland und Großbritannien. 

Kosteneinsparungen geplant
Für 2012 erwartet das Unternehmen ein deutlich verbessertes Ergebnis. „Durch die eingeleiteten Sparmaßnahmen und aufgrund der verbesserten Marktsituation streben wir für das laufende Geschäftsjahr ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit an“, so Kaltenbach weiter. Ab dem kommenden Jahr soll Landgard wieder profitabel arbeiten. Bis 2016 will das Unternehmen Kosteneinsparungen von rund 10 Millionen Euro realisieren. Dies werde durch eine Vielzahl von Initiativen und Maßnahmen erreicht, etwa durch Kosten- und Einkaufsoptimierungen sowie durch die Realisierung von Synergien. 

Marktpotenziale erschließen
Darüber hinaus arbeitet Landgard intensiv daran, neue Marktpotentiale und Absatzmärkte zu erschließen und dadurch Umsatz und Erträge mittelfristig spürbar zu steigern. Als Elemente wurden hierbei u.a. die Ausweitung der Aktivitäten des Klokservice der Veiling Rhein-Maas und die  Zusammenarbeit mit Bloomways vorgestellt, das künftig als Unternehmen der Landgard-Gruppe auf dem deutschsprachigen Markt für Schnittblumen agieren wird. 
Landgard-Vorstand Jürgen Rosar betonte, dass sich Landgard in hohem Maße verändere, um die Erfordernisse des Handels und die Interessen der Erzeuger miteinander zu verbinden. 

Dienstleistungsfunktion ausbauen
Trotz der aktuellen Herausforderungen sieht Rosar das Unternehmen dabei in einer guten Ausgangssituation: „Wir bieten den ersthändigen Bezug und die Vermarktung erstklassiger Ware, ein nationales und internationales Einkaufsgeschäft sowie die Präsenz in allen wesentlichen Märkten sowohl bei Blumen und Pflanzen als auch bei Obst und Gemüse.“ In Verbindung mit einer integrierten Logistik sowie einem modernen Vertriebskonzept sei Landgard damit für die Zukunft grundsätzlich gut aufgestellt. „Ausgehend von unserer aktuellen  Marktposition haben wir alle  Voraussetzungen dafür, in einem insgesamt statischen Marktumfeld weitere Marktanteile hinzuzugewinnen. Nun gilt es, unsere Dienstleistungsfunktion zwischen Erzeugern und Kunden zu stärken und auszubauen“, so Rosar weiter.
Gerold Kaltenbach wies darauf hin, dass die Situation von Landgard trotz erster zählbarer Erfolge noch schwierig sei. Das Unternehmen besitze aber gute Zukunftsperspektiven: „Wir sind operativ leistungsfähig und verfügen über ein Geschäftsmodell, das grundsätzlich intakt ist“, so Kaltenbach. „Wenn wir die strukturellen Probleme gelöst haben, wird Landgard wieder eine führende Rolle in der Grünen Branche spielen.“ (ts)