Grüne Branche

Landgard: „operativ wieder profitabel“

Auf der Vertreterversammlung der Landgard eG am Donnerstag (26. Juni) in Kevelaer wurden Vorstand und Aufsichtsrat bestätigt und dem Restrukturierungskurs einstimmig zugestimmt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2013 meldet die Vermarktungsorganisation ein deutlich verbessertes Ergebnis vor Steuern (EBT) um 23 Prozent trotz außerordentlicher Effekte aus Witterung und Sanierung und ein um 10,5 Prozent verbessertes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Das Geschäftsmodell sei intakt, 90 Prozent des Umsatzes profitabel. 

Wie Landgard zur Vertreterversammlung meldet, hat die Vermarktungsorganisation im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 das Konzernergebnis deutlich verbessert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) als Kennziffer der operativen Ertragskraft lag den Angaben zufolge mit 40,2 Millionen Euro im deutlich positiven Bereich. Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) war mit 10,5 Millionen Euro positiv und verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr weiter.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag mit minus 27,9 Millionen Euro zwar im negativen Bereich, konnte aber trotz negativer Witterungseffekte und außerordentlicher Belastungen im Rahmen der Restrukturierung um 23 Prozent oder 8,4 Millionen Euro verbessert werden. Bereinigt um Sondereffekte verbesserte sich das Ergebnis laut Landgard um rund 24 Millionen Euro.


Umsatz lag 2013 leicht unter Vorjahr

Der Umsatz lag mit 1,830 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert. Maßgeblich beeinflusst wurde die Umsatzentwicklung den Angaben zufolge durch Witterungseffekte und die Aufgabe unprofitabler Geschäftsbereiche. So sei der Umsatzrückgang im Geschäftsfeld Blumen & Pflanzen außer auf witterungsbedingte Auswirkungen im Wesentlichen auf die Einstellung des Vertriebs in England, der Schließung des Cash & Carry Marktes in Prag sowie Aufgabe des Russlandgeschäfts und des internationalen Schnittblumenim- und Exporthandels zurückzuführen.

Allerdings zeigte sich die Entwicklung in den einzelnen Segmenten sehr unterschiedlich. Während der Fachhandel und der Bereich Baumärkte/DIY sehr sensibel auf äußere Einflussfaktoren reagiert hätten, spiele dies bei Grundversorgern wie dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und dem Discount keine signifikante Rolle. Entsprechend positiv haben sich das Ergebnis in diesen Bereichen entwickelt. Vor diesen Hintergrund komme der Diversifizierung der Absatzkanäle eine immer größere Bedeutung zu.

Die Entwicklung im Geschäftsfeld Obst & Gemüse erkläre sich ebenfalls aus ungünstiger Witterung sowie dem Verzicht auf margenschwache Handelsgeschäfte. Besonders im Kernsegment Beerenobst hemmten signifikante Ernteausfälle und Qualitätseinbußen, die zu einer deutlichen Volumenreduzierung und Preisverfall führten, die Umsatzentwicklung, heißt es dazu. Auch die Vermarktung von deutschem Gemüse war rückläufig. Im Kernsegment Kohlgemüse und Gewächshausanbau von Tomaten und Paprika im Norden war 2013 den Informationen zufolge aufgrund der Bereinigung der Gesellschafterstrukturen bei Godeland und der damit einhergehenden Trennung von Absatzmärkten ein Umsatzrückgang zu verzeichnen.

Dagegen habe das Import-Geschäft durch innovative Vertriebskonzepte gepaart mit neuen strategischen Partnerschaften in der qualitätsorientierten Warenbeschaffung insbesondere bei spanischem Steinobst eine sehr positive Entwicklung verzeichnet. So habe sich der Umsatz in diesem Segment um rund 4 Millionen Euro oder plus 82 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern lassen. Alle anderen Hauptproduktsegmente hätten sich stabil entwickelt und ein Umsatzniveau entsprechend dem des Vorjahres erreicht.


Durch zahlreiche Maßnahmen „Weichen für die Zukunft gestellt“

„Das Jahr 2013 war für uns ein Jahr des Aufbruchs und des Wandels“, so Armin Rehberg, Vorstandsvorsitzender der Landgard eG. „Zwar wurde die Geschäftsentwicklung durch die historisch schlechte Witterung insbesondere in der wichtigen Frühjahrssaison und Sondereffekte im Rahmen der Restrukturierung belastet, doch wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, Brandherde gelöscht und Weichen für die Zukunft gestellt.“


Finanzierung gesichert

Den größten Meilenstein im Rahmen der Restrukturierung stellten laut Landgard im Jahr 2013 die positive Fortführungsprognose des Sanierungsgutachters verbunden mit dem Abschluss der Sanierungsvereinbarung II sowie die Unterzeichnung der neuen Finanzierungsverträge durch alle beteiligten Finanzierer dar. Damithätten Banken, Warenkreditversicherer, Leasinggeber und Factorer ihr Vertrauen in die weitere Restrukturierung von Landgard bekräftigten. Zu Beginn des Jahres 2014 bewilligte das Land Nordrhein-Westfalen zudem die beantragte Landesbürgschaft für die Saisonfinanzierung und rundete die Absicherung der Finanzierung von Landgard auch innerhalb des Saisongeschäfts ab.


Deutlich verbessertes Ergebnis für 2014 erwartet

Für das Geschäftsjahr 2014 erwartet Landgard ein deutlich verbessertes Ergebnis. Diese Erwartung wird durch die Ergebnisse der ersten Monate bestätigt. Besonders im Geschäftsfeld Blumen & Pflanzen gestaltete sich das erste Quartal 2014 den Angaben zufolge vielversprechend. In allen relevanten Produktgruppen konnten Umsatz- und Margenzuwächse verzeichnet werden. Diese Entwicklung zeigte sich über sämtliche Vermarktungskanäle hinweg.

Auch die vermarkteten Mengen entwickelten sich positiv. 2014 ist im Geschäftsfeld Blumen & Pflanzen die weitere Etablierung von Landgard als Dienstleister und Partner mit Mehrwert oberstes Ziel. Darüber hinaus wird die Zertifizierung der Produktionsbetriebe weiter vorangetrieben, um die steigenden Kundenanforderungen auch in Zukunft optimal zu erfüllen.

„Unser Geschäftsmodell ist tragfähig, fast 90 Prozent des Umsatzes sind profitabel. Ziel muss es aber weiterhin sein, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, um die Zukunft von Landgard gemeinsam zu gestalten. Dies gilt für den Bereich Blumen & Pflanzen, aber insbesondere auch in der Sparte Obst & Gemüse“, so Armin Rehberg abschließend. „Hierzu müssen wir den Rückenwind, den wir verspüren, konsequent nutzen – durch eine klare Fokussierung auf unsere Strategie und die entschlossene Umsetzung unserer Ziele, gerade im Tagesgeschäft. Für die Zukunft muss es uns gelingen, die Akzeptanz bei Mitarbeitern, Erzeugern und Kunden sicherzustellen und Landgard als Dienstleister mit Mehrwert zu positionieren.“


Aufsichtsrat der Landgard eG in veränderter Besetzung

Im Rahmen der Vertreterversammlung der Landgard eG am 26. Juni 2014 gab es ferner Veränderungen im Aufsichtsrat der Landgard eG. Drei Positionen mussten turnusgemäß neu besetzt werden. Das langjährige Gremiumsmitglied Wilhelm Baum schied aus dem Aufsichtsrat aus. An seiner Stelle wählten die Landgard Vertreter einstimmig Manfred Rieke in den Aufsichtsrat der Landgard eG. Damit ist der aktuelle Aufsichtsratsvorsitzende der Landgard Blumen & Pflanzen GmbH nun auch Mitglied des Aufsichtsrates der Landgard eG. Die Aufsichtsratsmitglieder Willi Andree und Stefan Klein wurden von der Vertreterversammlung ebenfalls einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Damit besteht der Aufsichtsrat der Landgard eG weiterhin satzungsgemäß aus neun Mitgliedern.


Aktuellen Vorstand und Aufsichtsrat entlastet

Darüber hinaus stimmte die Vertreterversammlung einstimmig für die Entlastung des aktuellen Vorstands und Aufsichtsrats der Landgard eG. Damit bestätigten die Vertreter ihre Zustimmung zum aktuellen Restrukturierungskurs und unterstrichen ihr großes Vertrauen in die aktuelle Landgard Führung. Große Zustimmung fand auch die Vorstellung der neuen Landgard Vision. Diese lautet: Landgard ist die moderne und erfolgreiche Erzeugergenossenschaft für Blumen und Pflanzen sowie Obst und Gemüse in Deutschland.

Bert Schmitz nutzte als Aufsichtsratsvorsitzender die Gelegenheit, die Geschlossenheit der Landgard Mitgliedsbetriebe zu betonen, die auch während der laufenden Restrukturierung hinter ihrem Unternehmen stehen. „Der Kulturwandel, den wir schon im vergangenen Jahr alle deutlich spüren konnten, hat sich weiter fortgesetzt“, betonte er. „Landgard entwickelt sich hin zu einer transparenten, offenen und vor allem dialogorientierten Unternehmenskultur. Unterstützen Sie diesen Wandel, indem Sie diese positive Stimmung weitertragen.“

Landgard habe die Kompetenz, den Kunden die gärtnerische Leistung zu vermitteln, die hinter den Produkten der Erzeugerbetriebe steht, zeigte sich der Aufsichtsratsvorsitzende überzeugt. „Die Qualitätsprodukte aus den Erzeugerbetrieben und der Mehrwert, den Landgard den Kunden durch Dienstleistungen und eine bis ins Detail abgestimmte Prozesskette zu bieten hat, sind die Säulen der Zusammenarbeit zwischen den Erzeugern, Landgard und den Kunden.” (lg)