Grüne Branche

Landgard: „Risiken durch Coronavirus werden uns weiter begleiten“

, erstellt von

Wie ist die Geschäftslage und die aktuelle Situation von Landgard während der Corona-Krise? Über die Auswirkungen auf Erzeuger, Kunden und Mitarbeiter, auf Warenströme und Absatz sprachen wir mit Dirk Bader, Vorstand Blumen & Pflanzen, sowie Labinot Elshani, Vorstand Obst & Gemüse. Im Interview berichten sie zudem über die personellen und strukturellen Veränderungen bei der Erzeugergenossenschaft.

Wie konnte Landgard die Erzeuger vor allem in den Zeiten der schwersten Einschränkungen unterstützen?

Labinot Elshani: Die Auswirkungen der Corona-Krise haben die gesamte Branche vor Herausforderungen gestellt, die wir uns zum Start des Jahres niemals hätten träumen lassen. Wir haben umgehend alle erforderlichen Maßnahmen umgesetzt, um unsere Mitarbeiter und Erzeuger zu schützen, denn sie sind das Fundament, das Landgard hat. Seit Beginn der Krise ist das Landgard-Krisenteam erster Ansprechpartner für unsere Mitgliedsbetriebe bei allen Fragen rund um das Coronavirus, besonders auch mit Blick auf das zeitweilige Einreiseverbot für ausländische Saisonarbeitskräfte. Außerdem stehen wir im ständigen Austausch mit Verbänden, Branchenvertretern, politischen Vertretern und Partnern und beraten unsere Mitglieder zu verschiedenen Möglichkeiten, staatliche Förderprogramme und andere Hilfen in Anspruch zu nehmen.

Dirk Bader: Vor allem im Segment Blumen und Pflanzen haben wir in den vergangenen Wochen erlebt, wie gesunde Betriebe durch den Absatzeinbruch besonders im Fachhandel in den ersten wichtigen Verkaufsmonaten des Jahres von heute auf morgen in ihrer Existenz bedroht wurden. Generell sehen wir daher die Vermarktung der Produkte unserer rund 3.000 Mitgliedsbetriebe als unsere wichtigste Aufgabe an. Dazu haben wir alle Verkaufswege für Blumen & Pflanzen sowie Obst & Gemüse offengehalten, die uns zur Verfügung stehen. Zudem haben wir den intensiven Kontakt zu unseren strategischen Partnern genutzt, um im engen Schulterschluss mit unseren Erzeugern so viel Ware wie möglich zu verkaufen. Wir stehen im permanenten Austausch mit unseren Kunden, um auf die Problematik der Erzeuger aufmerksam zu machen und zusätzliche Vertriebsaktivitäten zu organisieren. Außerdem nutzen wir gerade in der Krise die Bekanntheit unserer Initiative „1000 gute Gründe“, um Verbraucher besonders in Corona-Zeiten als Unterstützer der Grünen Branche zu gewinnen, für die Not der meist familiengeführten Mitgliedsbetriebe zu sensibilisieren.

Nachdem bundesweit die meisten Verkaufsstellen wieder geöffnet sind – können Sie uns eine Einschätzung geben, wo Landgard jetzt steht?

Dirk Bader: In den Wochen vor Ostern lag unser Absatz für Blumen und Pflanzen um mehr als 70 Prozent unter dem Vorjahr. Seit der Osterwoche konnten wir dann aber zum Glück einen Anstieg der Nachfrage verzeichnen. Das Geschäft hat sich ab Mitte des Monats April erholt, vor allem im Fachhandel, in unseren Cash & Carry-Märkten, im Fachhandelsvertrieb und bei der Veiling Rhein-Maas. Die Kunden haben gut gekauft und ihren Bedarf an Blumen & Pflanzen bei Landgard wieder gedeckt. Auch die Kundenfrequenz in unseren Märkten hat wieder zugenommen. Daher sind wir guter Hoffnung, dass der Verlust des nicht stattgefundenen Ostergeschäfts zum Teil wieder kompensiert werden kann. Außerdem hoffen wir, dass die ersten Lockerungen nur der Auftakt waren und der Weg zurück in die Normalität vielleicht klarer und kürzer ist als zunächst gedacht.

Labinot Elshani: Im Bereich Obst & Gemüse haben wir während der Krise eine stark gestiegene Nachfrage bei zugleich problematischen Produktionsbedingungen durch den zeitweisen Wegfall dringend benötigter Erntehelfer verzeichnet. Dass Anfang April ein Kompromiss gefunden wurde, mit dem ausländische Saisonarbeiter in festgelegter Anzahl und unter Beachtung strenger hygienischer Anforderungen doch wieder nach Deutschland einreisen können, war daher für unsere Erzeuger und uns sehr wichtig. Auch wenn damit deutlich höhere zusätzliche organisatorische Aufwendungen und zusätzliche Kosten für die Betriebsleiterfamilie verbunden sind. Wir teilen jedoch die Einschätzung der Bundesregierung, dass uns die Risiken durch das Coronavirus auch in den kommenden Monaten weiter begleiten und unser privates und berufliches Leben maßgeblich bestimmen werden.

Das komplette Interview mit Dirk Bader und Labinot Elshani zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf Landgard sowie den personellen und strukturellen Veränderungen bei der Erzeugergenossenschaft lesen Sie in der TASPO 20/2020, die am 15. Mai erscheint.

Weitere Meldungen zur Corona-Krise finden Sie unter dem Newstag „Coronavirus“,

Cookie-Popup anzeigen