Grüne Branche

Landgard verbessert Konzernergebnis deutlich

Landgard konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 das Konzernergebnis deutlich verbessern. Das gab das Unternehmen jetzt im Nachgang zu der Vertreterversammlung am Dienstag, 25. Juni bekannt. Der Umsatz lag nach Angaben der Landgard eG mit 2.033 Millionen Euro erneut über der Zwei-Milliarden-Schwelle und damit leicht über dem Vorjahr. 

Der Landgard-Firmensitz in Herongen. Foto: Gabriele Friedrich

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg von 15,9 Millionen Euro in 2011 auf nunmehr 43,5 Millionen Euro. Gemessen am Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) schaffte Landgard mit einem Zuwachs von rund 25 Millionen Euro den Sprung in die Gewinnzone (plus 13,5 Millionen Euro 2012 nach minus 12,0 Millionen Euro in 2011).

Auch das Konzernergebnis nach Ertragssteuern verbesserte sich deutlich auf minus 35,2 Millionen Euro im Vergleich zu minus 64,9 Millionen Euro im Vorjahr. Gründe für das negative Betriebsergebnis sind insbesondere wesentliche Sanierungsschwerpunkte, Restrukturierungskosten und Sanierungsaufwendungen, die das Konzernergebnis 2012 erheblich belasten.

„Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 wesentliche Schritte zur Konsolidierung des Unternehmens erfolgreich eingeleitet und umgesetzt“, erklärte Finanzvorstand Gerold Kaltenbach. Landgard arbeite operativ wieder profitabel. „Es zeigt sich aber auch, dass wir große Altlasten aus der verfehlten Unternehmenspolitik der Vergangenheit abtragen müssen“, so Kaltenbach weiter. Als Hauptgrund für das negative Konzernergebnis 2012 nannte er die Sanierungsschwerpunkte Landgard UK, Godeland sowie Bloomways. „Von Landgard UK haben wir uns getrennt, die Strukturen von Godeland korrigiert, und die Sanierung von Bloomways wird erfolgreich vorangetrieben.“

Der neue Vorstand Armin Rehberg warnte aber vor zu positiven Erwartungen: „Wir sind auf dem richtigen Weg, erste Erfolge stellen sich ein. Es wird aber noch einige Zeit dauern, bis wir unsere alte wirtschaftliche Leistungskraft wieder erlangt haben. Vor allem die nachhaltige Entschuldung, die Stärkung der Eigenkapitalbasis und die stärkere Profilierung als Dienstleister, der dem Handel und den Erzeugern einen deutlichen Mehrwert zu bieten hat, stehen dabei im Fokus. Für das laufende Geschäftsjahr 2013 erwarten wir eine deutliche Verbesserung des Konzernergebnisses, auch wenn das erste Quartal witterungsbedingt nicht zufriedenstellend gewesen ist.“

Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz der Landgard eG erläuterte der Vorstand am 26. Juni die zukünftige Ausrichtung. Eine ganzheitliche Betrachtung der Prozess- und Wertschöpfungskette ist dabei von wesentlicher Bedeutung. Landgard biete zukünftig sichere professionelle Dienstleistungen und durch eine Vielzahl von Absatzkanälen leistungsfähige Strukturen. Davon können Erzeuger und Handel gleichermaßen profitieren, betonte der Vorstand und erklärte: „Vorstand, Führungskräfte Mitarbeiter und Erzeuger arbeiten intensiv daran, die Partner von Landgard im operativen Geschäft zu überzeugen. Wir im Vorstand sehen auf der Basis eines intakten Geschäftsmodelles sehr gute Marktchancen für das Unternehmen. Wir sind angetreten, unsere PS mit starken Repräsentanten auf allen Ebenen und gut funktionierenden operativen Einheiten in den Regionen auf die Straße zu bringen.“

Im Rahmen der Vertreterversammlung der Landgard eG am 25. Juni 2013 hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Bert Schmitz die neue Kultur der Kommunikation zwischen Vorstand und Gremien begrüßt: „Der für den wirtschaftlichen Erfolg unerlässliche Kulturwandel und die Schaffung einer Atmosphäre des Vertrauens und der Kooperation sind auf einem guten Weg“, konstatierte Schmitz. „Das Wichtigste für unsere Genossenschaft ist der Zusammenhalt unter den Mitgliedern. Wir müssen zeigen, dass wir an die Idee der genossenschaftlichen Vermarktung glauben“, appellierte er an die Vertreter.

Schmitz zeigte sich überzeugt von der zukünftigen Ausrichtung. Der Erfolg von Landgard hänge aber entscheidend vom Zusammenhalt zwischen Unternehmen und Erzeugern ab. Landgard werde für die Betriebe und die Produkte wieder eine leistungsfähige Vermarktungsplattform sein. Das gute operative Ergebnis des vergangenen Jahres zeige, dass Landgard entsprechend ausgerichtet sei.

Bei den diesjährigen Wahlen zum Aufsichtsrat der Landgard eG mussten drei Positionen neu besetzt werden. Das langjährige Aufsichtsratsmitglied Heinrich Hiep schied aus Altersgründen aus dem Aufsichtsrat aus. Seit 1992 war Heinrich Hiep Mitglied in den Aufsichtsräten der NBV, der NBV/UGA und der Landgard eG. Von 1999 bis 2011 war er darüber hinaus Mitglied des Fachbeirates Topf Vertrieb. Der Aufsichtsratsvorsitzende Bert Schmitz würdigte Heinrich Hiep für sein Engagement und den beständigen Einsatz für Landgard und den Gartenbau. Heinrich Hiep wird weiterhin im Aufsichtsrat der Landgard Blumen & Pflanzen GmbH tätig sein und dem Unternehmen verbunden bleiben.

Als neues Mitglied wurde Michael Gerlif in den Aufsichtsrat gewählt. Bert Schmitz und Norbert Artmeyer wurden von der Vertreterversammlung wiedergewählt. Damit besteht der Landgard Aufsichtsrat satzungsgemäß aus neun Personen. (ts/lan)