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Landgard wächst durch Zukäufe: Unternehmensentwicklung des Jahres 2006 im Detail

Der Gesamtumsatz von Landgard ist im vergangenen Jahr um weitere 14 Prozent gestiegen und beträgt nun 1,150 Milliarden Euro. Dieses Wachstum beruht in erster Linie auf einer Reihe von Fusionen und strategischen Zukäufen, die Landgard im Jahr 2006 realisiert hat, erklärt das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung.

Die entscheidende Voraussetzung dafür war der Abschied von der gewachsenen Unternehmensstruktur. Nach der Umgestaltung sieht das Unternehmen nun so aus: Der "Landgard eG" als Dachgesellschaft stehen drei operative Gesellschaften gegenüber: Die "Landgard Blumen & Pflanzen GmbH", die "Landgard Obst & Gemüse GmbH & Co. KG" sowie die "Landgard Service GmbH".

® Zur "Landgard eG" stießen Ende 2006 durch Fusionen die Mitglieder der "Erzeuger Großmarkts Gartenbau eG" (EGRO) aus Osnabrück sowie der "OGEB Obst- und Gemüsebaugenossenschaft eG" aus Bielefeld.

® Die "Landgard Service GmbH" ist eine Neugründung des Jahres 2007. Zu ihr gehören die Ländergesellschaften in Tschechien, Frankreich, Italien und in der Schweiz. Die Schweizer "Euroflor AG" wurde im vergangenen Jahr übernommen und soll mittelfristig ebenfalls als Ländergesellschaft den Namen "Landgard" erhalten. Auch alle zentralen Dienstleistungen des Konzerns wurden in der Servicegesellschaft zusammengefasst. Dazu gehören das Finanz- und Rechnungswesen sowie die Abteilungen Personal, EDV, Immobilienverwaltung und Marketing.

® Die "Landgard Blumen & Pflanzen GmbH" übernahm aus der insolventen Baumschule Uwe Marken das Logistik- und Vermarktungszentrum für Baumschulware sowie die Firma "Eurogarden Attractive Plants" in Westerstede (Ammerland). Durch die Fusion mit der EGRO wurde aus dem Blumengroßmarkt in Osnabrück ein neuer Cash-and-Carrymarkt.

® Der Obst- und Gemüsebereich macht inzwischen rund 30 Prozent des Gesamtkonzernumsatzes aus. Das liegt an der Tochterfirma "Godeland", aber auch an der stabilen Entwicklung im Gemüsebereich insgesamt. Die "Landgard Obst & Gemüse GmbH & Co. KG" gründete die "Gewächshaus Hemmingstedt Projektgesellschaft mbH", um 22 Hektar Anbaufläche unter Glas in Schleswig-Holstein zu erschließen, auf der Existenzgründungen zu äußerst günstigen Konditionen möglich sind, da Energie in Form von Abwärme einer Raffinerie zur Verfügung steht. Weiterhin engagiert sich "Landgard Obst & Gemüse" auf dem boomenden Bio-Markt: Das Unternehmen erwarb die "Westhof Bio-Gemüse GmbH & Co KG" (siehe TASPO 16/06) und wird mit einem anderen Partner aus Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr auch die Firma "Bio Landgard GmbH", die bislang noch kein operatives Geschäft betreibt, mit Leben erfüllen. Im Markt in Osnabrück wird Obst und Gemüse auch im Cash & Carry System verkauft. Hinter den Fusionen und Neuerwerbungen des Jahres 2006 steht eine langfristige Strategie. Der Konzern will sich dadurch auch international aufstellen. Die Marktposition der Ländergesellschaften in Frankreich, Italien und der Schweiz soll im Jahr 2007 weiter ausgebaut werden. Weitere Schwerpunkte der internationalen Aktivitäten sind England und Skandinavien, der Beschaffungsmarkt Niederlande sowie Mitteleuropa - darunter werden die EU-Mitglieder Polen, Tschechien, Ungarn verstanden. Im Bereich Obst und Gemüse verhandelt Landgard zurzeit über die Integration des Pfalzmarktes in Mutterstadt. Das ist nach Einschätzung der Landgard ein strategisch bedeutender Schritt für eine flexiblere und bessere Belieferung der Kunden mit Obst und Gemüse. Ein weiterer wichtiger Baustein für die Zukunft bei Blumen und Pflanzen ist die Neustrukturierung des Vertriebes, die 2007 weiter vorangetrieben wird. Die beiden Vertriebe in Uedem und Lüllingen wurden im vergangenen Jahr zusammengefasst, unter die Leitung eines Geschäftsführers gestellt und gegenüber dem organisierten Handel komplett kundenorientiert aufgestellt. Auch die Konzeption des Logistik-Dienstleistungszentrums (LDZ) in Lüllingen wird weiter umgesetzt. Im Jahr 2007 wird Landgard noch mehr Cash-and-Carry-Märkte zu Plattformmärkten ausbauen, um dort die Bündelungseffekte voranzutreiben. Für die langfristige Entwicklung des Unternehmens braucht Landgard bei Topfpflanzen ein Ganzjahresgeschäft, das über die zwei Saisonhöhepunkte im Frühjahr mit den Beet- und Balkonpflanzen und im Herbst mit der Eriken- und Callunensaison hinausgeht. Einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung hat Landgard bereits im vergangenen Jahr durch den Einstieg im Baumschulbereich im größten zusammenhängenden Baumschulgebiet im Ammerland getan. Weitere Schritte sind zum Beispiel die Unterstützung von Gartenbaubetrieben bei der Planung und Finanzierung von Neubau von Unterglasanlagen in der Nähe neuer Kraftwerke. Um bei Topfpflanzen als Vollsortimenter aufzutreten, benötigt Landgard für die Vermarktung deutlich mehr Warmhauskulturen.