Grüne Branche

Landschloss Pirna-Zuschendorf noch bis 21. September ein „Apfelschloss“

Julius Kühn-Institut mit Verkostungsaktion an Sonderausstellung beteiligt
„Obstorangerien im Scherben“ wurden im 19. Jahrhundert Obstbäumchen genannt, die nach Art der japanischen Bonsai kleingehalten und in schönen Keramiktöpfen präsentiert wurden. Die Früchte bereicherten die festlichen Tafeln wohlhabender Familien, manchmal sogar als Baum, von dem man während der Mahlzeit selbst pflücken konnte. Die Botanischen Sammlungen des Landschlosses Pirna-Zuschendorf widmen diesem Phänomen derzeit eine Sonderausstellung. Grundlage bildet das eigene stattliche Sortiment von 100 getopften Obstsorten, vorrangig Äpfel, die in Sachsen angebaut wurden und werden. Mit nahezu 1.500 Pflanzen besitzt Zuschendorf vermutlich eine weltweit einzigartige Sammlung dieser besonders schmackhaften Gartenkunst.

Neben der Historie werden in der Ausstellung auch „Alternativen für den Balkongärtner von heute“ aufgezeigt. Dabei werden Konzepte im urbanen Raum (HTW Dresden, TeamGarten Berlin) ebenso wie konkrete Neuzüchtungen vorgestellt. Unter ihnen die von Dr. Barbara Dathe gezüchtete Sorte ’Mini-Cox’ oder auch die säulenförmige Kirschsorte 'Jachim' von Dr. Mirko Schuster. Beide Sorten sind Resultate der Forschungsarbeit am heutigen Julius Kühn-Institut in Pillnitz.
 
Historische Obstzeichnungen, Bildbände oder aus Wachs und Pappmache nachgebildete Exemplare, die ihren Vorbildern täuschend ähnlich sehen und einst zur Sortenbestimmung dienten, ergänzen die Ausstellung. Zwei Künstlerinnen begleiten die Schau mit urtümlichen keramischen Wildkräuter-Pflanzgefäßen und mit edlem bemaltem Tafelporzellan. Die Ausstellung füllt zwei Etagen des Schlosses, die mittelalterlichen Gewölbe und barocken Festräume.
 
Jeweils samstags wird die Ausstellung von Mitmachaktionen begleitet. So findet am 13.9. jeweils ab 10 Uhr und ab 14 Uhr eine Apfel-Verkostung mit Aromaforscher Dr. Ulrich vom Julius Kühn-Institut Quedlinburg statt. Hier wird mit Zunge und feiner Nase der Apfelgeschmack analysiert. Die JKI-Forscher hatten in den vergangenen Jahren zwanzig Schlüsselkomponenten und ein Kandidaten-Gen identifiziert, die maßgeblich das Aroma einer Apfelsorte prägen. Am 20.9. führt Roland Lebe vom Bundessortenamt Wurzen Sortenbestimmungen durch. Dazu können eigene Äpfel mitgebracht werden. Start ist ebenfalls um 10 und um 14 Uhr.
 
Kurzinfo
Sonderausstellung „Kein schönerer Anblick für Tafel und Balkon…, Obstorangerien im Scherben im Landschloss“
06. - 21.9. 2014, Landschloss Pirna-Zuschendorf

www.kamelienschloss.de


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