Grüne Branche

Laub aus städtischen Parks sinnvoll nutzen

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Kann Laub das Grundwasser schützen? Das testet derzeit die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), die den Stickstoffaustrag ins Grundwasser mithilfe von Laubkomposten und Agroforstwirtschaft senken will.

Laub wird in städtischen Grünanlagen zwar gesammelt, bleibt aber meist ungenutzt. Foto: Pixabay

Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert Projekt

Mit dem Dresdner Grundwasserforschungszentrum und der Firma Galle Kompostierung & Landschaftsbau (Sonnewalde) soll das Verfahren mit zwei Agrarbetrieben und einem Gewässerverband getestet werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt mit rund 599.000 Euro.

In der Agroforstwirtschaft – einer Kombination aus Agrar- und Forstwirtschaft – werden schnellwachsende Bäume und landwirtschaftliche Kulturpflanzen nebeneinander angebaut, so Projektkoordinator Dr. Christian Böhm von der BTU. Immer häufiger angewendet, biete diese Kombination verschiedene Vorteile: so würden mehr Nährstoffe im Boden gehalten sowie weniger Boden vom Wind abgetragen.

Böhm: „Wird das entsprechende Feld zusätzlich mit Laubkompost gedüngt, kann das dazu führen, dass mehr Stickstoff im Oberboden gehalten und so das Grundwasser geschont wird.“

Laubkomposte geben Stickstoff nach und nach ab

Die mit Stickstoffdünger angereicherten Laubkomposte geben den Stickstoff nach und nach an den Boden ab, sodass er effizienter von den Pflanzen genutzt werden könne. Sollte dennoch Stickstoff in tiefere Bodenbereiche gelangen, werde dieser durch die Wurzeln der quer zur Fließrichtung des Grundwassers angepflanzten Bäume aufgenommen und so im Kreislauf gehalten. Wie wirksam das Verfahren ist, soll in den kommenden drei Jahren getestet werden.

„Bestätigen die Daten die Vermutungen der Projektpartner, bietet das Verfahren einen vielversprechenden Ansatz und könnte ein wichtiger Mosaikstein für die Lösung eines der drängendsten ökologischen Probleme in der Landwirtschaft werden“, so DBU-Experte Dr. Holger Wurl.

Kompostiertes Laub aus städtischen Grünanlagen nutzen

Und da die Blätter der Bäume auf dem Feld allein von der Menge nicht ausreichend seien, soll kompostiertes Laub aus städtischen Gärten und Parks verwendet werden. Das werde bisher zwar gesammelt, häufig aber nicht weiter genutzt. „So können die ansonsten ungenutzten Nährstoffe aus der Stadt im ländlichen Raum in den Kreislauf zurückgegeben werden“, erklärt Wurl.