Grüne Branche

LED-Grablichter: die Last mit dem Elektromüll

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Beim Besuch des Friedhofs setzen viele Angehörige Grablichter an ihr Grab. Vor allem in Hamburg sorgen jetzt aber LED-Grablichter für Unmut. Denn häufig werden diese von den Angehörigen nicht abgeräumt und wieder mitgenommen, sondern landen früher oder später im Grünabfall, beobachten die Mitarbeiter der Hamburger Friedhöfe.

LED-Lichter müssen nach ihrem Einsatz als Elektroschrott entsorgt werden. Foto: Hamburger Friedhöfe -AöR-

Grablichter auf etwa jedem fünften Grab

Auf etwa jedem fünften Grab in Hamburg steht ein Grablicht, vermutet Lutz Rehkopf, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bei den Hamburger Friedhöfen. „Davon sind zehn bis 25 Prozent heute schon LED-Grablichter“, schätzt Rehkopf nach einer Umfrage bei den Ohlsdorfer Friedhofsgärtnern.

„Dass sie auf den Gräbern bleiben, ist sogar verboten, denn ‚Die Verwendung von nicht kompostierbaren Materialien ist bei der gärtnerischen Gestaltung von Grabstätten einschließlich der Trauerfloristik nicht gestattet‘, heißt es in der Hamburger Bestattungsverordnung. Die Lichter, besonders die LED-Lichter, sind ein enormes Ärgernis in jüngster Zeit, sodass wir das Problem rechtzeitig vor den Totengedenktagen über die Hamburger Presse publik gemacht haben“, erklärt Rehkopf.

Batterien verunreinigen Grünkompost

So habe man die Besucher aufgerufen, lieber auf den Kauf von batteriebetriebenen LED-Grablichtern zu verzichten oder diese wieder mitzunehmen, denn Plastik und Batteriechemikalien würden die Umwelt und insbesondere den Grünkompost verunreinigen, so Rehkopf. „Dieser kann dann nicht mehr als Dünger eingesetzt werden. Bereits eine Batterie verdirbt die gesamte Grünkompost-Charge. Viele der LED-Grablichter müssen wir als Elektroschrott entsorgen.“

Auch bei den Friedhöfen in Mannheim benutzen die Nutzer LED-Grablichter. „Der Anteil dieser Lichter ist aber laut unserer Einschätzung wesentlich geringer als in Hamburg“, erklärt Bernhard Wember, Friedhöfe Mannheim, Stabsstelle Baumanagement, Energie und Sicherheit. Und wenn defekte Lichter im Müll auftauchen, werden diese vom Grünabfall manuell getrennt – was aber durch den geringen Anteil in Mannheim nicht so ins Gewicht falle.

Verbot in Anbetracht der Umwelt wünschenswert

Dennoch wäre in Anbetracht der Umwelt ein Verbot wünschenswert, sagt Wember. „Ich denke aber, dass es an der rechtlichen Umsetzung scheitert. Kontrollieren könnten wir dies nur mit immensem Personalaufwand. Und entfernen Sie solch eine Kerze und entsorgen sie diese, kann das auch noch als Diebstahl ausgelegt werden. Eine Satzungsänderung mit dem Verbot der elektrischen Kerzen ist somit nicht vermeidbar“, so Wember.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in der aktuellen Januar-Ausgabe der Friedhofskultur.