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Lidl Schweiz: Keine torfhaltigen Sackerden mehr

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Der Discounter Lidl möchte in der Schweiz keine Sackerden mehr anbieten, die Zusätze aus Torf enthalten. Ende 2019 soll die Änderung flächendeckend greifen.

Torfabbau: In der Schweiz sind die Moore seit rund 30 Jahren geschützt. Foto: contadora1999 / Fotolia

Torfverzicht: Lidl unterzeichnet Absichtserklärung

Medienberichten zufolge hatte die Lebensmitteleinzelhandelskette im Sommer dieses Jahres eine entsprechende Absichtserklärung gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt unterzeichnet. 2012 hatte der Bundesrat der Schweiz bereits ein Torfausstiegskonzept vorgelegt. Hier wurden allerdings nur freiwillige Maßnahmen für den Einzelhandel festgelegt.

In Deutschland ist das Thema Torfersatzstoffe immer noch ein heißes Eisen. Wie die TASPO berichtet, beschäftigt sich die Substratindustrie seit geraumer Zeit intensiv mit den Auswirkungen der Herstellung torfhaltiger Substrate, indem sie laut Industrieverband Garten (IVG) beispielsweise Carbon-Footprints erstellt. Künftig sollen diese ökologischen Fußabdrücke schrumpfen.

Umweltkostenindikator durch torffreie Substrate senken

Ebenfalls beliebt ist der Umweltkostenindikator (MKI). Benefits of Nature, eine Initiative von Produzenten und Vermarktern, die sich nicht nur in den Niederlanden für nachhaltigere Substrate einsetzt, hat die Auswirkungen von Ersatzstoffen im Calluna-Anbau analysiert. Dort würde der Wechel von einem torfreichen zu einem torffreien Substrat, das aus 100 Prozent europäischen Rohstoffen besteht, den MKI um 50 bis 70 Prozent schrumpfen lassen. Grund dafür wären die stark gesunkenen Kohlendioxid-Emissionen.

Anders als in Deutschland sind in der Schweiz alle Moore seit rund 30 Jahren geschützt, hier darf kein Torf abgebaut werden. Lediglich der Import ist noch gestattet.