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LVG Ahlem: unempfindliche Pflanzen für den Friedhof

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Die immer trockeneren Sommer machen den Pflanzen auf den Friedhöfen zu schaffen. Die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Ahlem hat deshalb seit Jahren das Thema trockenheitsunempfindliche Pflanzen und angepasste Sortimente für das Grab im Fokus.

Nicht alle Pflanzen auf dem Friedhof kommen mit den immer trockeneren Sommern und den miilden nassen Wintern zurecht. Symbolbild: congerdesign/Pixabay

Einschränkungen bei der Wasserversorgung immer häufiger

Auch wenn sich viele Optimierungsmöglichen bei der Wasserausbringung (Kreisregner, Tropfschläuche) und der Wasserspeicherung, beispielsweise mithilfe von Zisternen, Fässern oder Kübeln, in der Praxis bewähren: „Diese Ansätze können theoretisch dazu beitragen, Wasser effizienter auf dem Friedhof einzusetzen – aber eben nur im Rahmen der Möglichkeiten“, schränkt Peter Houska, an der LVG Ahlem zuständig für die Versuche mit Friedhofsbepflanzungen, ein. In Zukunft werde der Friedhofsgartenbau häufiger mit Einschränkungen bei der Wasserversorgung rechnen müssen, und es werde zu Konflikten bei der Wassernutzung kommen, prognostiziert der Friedhofsexperte. Für ihn deshalb eine der wichtigsten Lösungen: die Pflanzenwahl.

Hohe Anforderungen an friedhofsgeeignete Pflanzen

Die Anforderungen an Pflanzen für den Friedhof sind hoch: Nicht nur trockene Sommer, auch die milden nassen Winter sind eine Herausforderung für das Sortiment. Die Pflanzen sollen zudem pflegeleicht, ausdauernd, wintergrün und winterfest sein. In neuen Versuchen der LVG Ahlem haben sich eine Reihe an Pflanzen als friedhofsgeeignet herauskristallisiert. Houska nennt Lavendel in Sorten, Festuca gautieri, Geranium ‘Orkney Cherry’, Campanula poscharskyana ‘Stella’, Veronica x cantiana ‘Kentish Pink’, Iberis sempervirens ‘Masterpiece’, Delosperma ‘Golden Nugget’, Euphorbia ‘Ascot Rainbow’, Thymus praecox ‘Creeping Red’, Arabis ferdinandi-coburgii ‘Old Gold’ und allen voran Gamander (Teucrium x lucidrys).

Auch für die Wechselpflanzung nahm die LVG mögliche Alternativen unter die Lupe. Bewährt haben sich neben vielen neuen Eisbegonien- und Outdoor-Begoniensorten neue Scaevola-Sorten, Euphorbia hypericifolia, interspezifische Pelargonien, rankenlose Mandevilla und kompaktere Lantanen-Sorten. Aus dem Randsortiment funktionieren als robuste Pflanzen unter anderem Kalanchoe, Catharanthus, Alternanthera reineckii oder Chlorophytum comosum gut. Aber: „Bei der Wechselbepflanzung ist die Sorte der Schlüssel zum Erfolg“, differenziert Houska.

Bewässerung wird auf Friedhöfen weiter nötig sein

Eines sollte aber immer klar sein: Bewässerung werde man weiter auf den Friedhöfen brauchen. Denn selbst wasserbindende Substratzusätze könnten nur eine kleine Abhilfe schaffen – ein ganzes Wochenende sei damit wahrscheinlich nicht überbrückbar, so Houskas Einschätzung. Sein wichtigstes Fazit zu allen neuen Bepflanzungsideen für den Friedhof: Die Akzeptanz der Kunden für Bepflanzungsalternativen hänge maßgeblich von einer guten Kundenberatung durch den Fachbetrieb ab.

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