Grüne Branche

LWG: Gemüsebau-Trends und fränkischer Ingwer

, erstellt von

Tag der offenen Tür: Am 1. Juli stellt die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in ihrem Gemüsebau-Versuchsbetrieb in Bamberg die Anbautrends von morgen vor. Zudem geben  die Experten der LWG Infos zur nachhaltigen und naturnahen Gemüse-Produktion weiter.

Ob Edamame (Sojabohnen zum Frischverzehr) oder Süßkartoffeln: Im Gemüsebau-Versuchsbetrieb der LWG gibt es spannende Einblicke in die praxisnahe Forschungsarbeit – ob im Freiland oder in den Gewächshäusern. Foto: Hildenbrand/LWG Veitshöchheim

Insgesamt 28 Stationen soll es im Gemüsebau-Versuchsbetrieb in Bamberg am 1. Juli geben – von Urban Gardening über innovative Gemüse-Bewässerung bis hin zur Vielfalt der Grünen Berufe. Primär richtet sich die Veranstaltung zwar an Freizeitgärtner, aber auch für Profis gibt es Interessantes zu entdecken.

Blick in die Bamberger Gewächshäuser

So zeigen die Experten etwa das Deep-Water-System für den bodenlosen Gemüse-Anbau. Und in den Schaugärten des Gemüsebau-Versuchsbetriebs demonstrieren vielseitig bepflanzte Hochbeete und Pflanztürme, welche Möglichkeiten im Urban Gardening bereits zur Verfügung stehen. Einen Blick können interessierte Besucher darüber hinaus in die Bamberger Gewächshäuser werfen, wo unter anderem Basilikum unter verschiedenster Beleuchtung kultiviert wird.

Seit vergangenem Jahr läuft in Bamberg zudem ein Anbauversuch mit Ingwer „made in Franken“ – mit importierten Knollen aus Peru und Taiwan als Ausgangsmaterial. Geschnitten in Stückchen zu je zwei Gramm Gewicht, pflanzten die Gemüsebau-Experten der LWG die Wurzeln im Gewächshaus in ein Substratgemisch aus Torf und Kompost.

Ingwer mag es warm und feucht

Bei einer Bodentemperatur von 26 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit im Folientunnel, sprießten nach etwa drei Wochen bereits die ersten grünen Triebe aus der Erde. Vier Wochen später waren die Ingwer-Jungpflanzen bereit zum Pflanzen im Gewächshaus – wo sie bei einer konstanten Temperatur von 20 Grad Celsius und einer durchgehenden Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent gehalten wurden.

„Die Pflanze fühlt sich am besten in tropischer beziehungsweise subtropischer Umgebung wohl und wird unter anderem in Indien, Indonesien, China, Südamerika, aber auch auf den Fidschi-Inseln angebaut“, erläutert dazu Birgit Rascher, Versuchsingenieurin in Bamberg. Weltweiter Hauptproduzent von Ingwer ist Indien mit 1,1 Millionen Tonnen.

Verschnaufpause für den Boden

Derartige Mengen der „Heilpflanze des Jahres“ werden in Franken zwar nicht angebaut. Argumente für Ingwer „made in Franken“ gibt es aber auf jeden Fall. So sorgt die einkeimblättrige Pflanze laut den LWG-Experten für den wichtigen Fruchtwechsel in den Gewächshäusern. „Der Ingwer ist damit das Getreide des Gewächshaus-Anbaus und verschafft dem Boden eine regelrechte Verschnaufpause“, so Rascher.

Und die ist wie in der Landwirtschaft auch im Unterglasanbau notwendig, um die Bodenfruchtbarkeit zu erneuern.