Grüne Branche

LWK NRW: Bonn macht dicht, Auweiler stockt auf

Ihren Standort Bonn-Roleber will die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen schließen. Die Abteilungen Gartenbau, Pflanze und Pflanzenschutz sollen nach Köln-Auweiler umziehen, Münster alleiniger Hauptsitz werden. 

Gebäude der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn-Roleber. Foto: LWK NRW

Dieses neue Organisations- und Standortekonzept hat der Hauptausschuss der Landwirtschaftskammer NRW nach eigener Pressemitteilung vergangene Woche in Bonn beschlossen. Die Pläne liegen derzeit auf Eis, da sich der Landtag aufgelöst hat und NRW vor Neuwahlen am 13. Mai steht.

Hintergrund sind die fehlenden rund 13 Millionen Euro im Kammerhaushalt, die zu weiteren Sparmaßnahmen führen mussten. Jedoch ist der Haushaltsplan der Landesregierung gerade gescheitert, ein neuer oder alter neuer Landwirtschaftsminister müsste Pläne und Haushalt der Kammer absegnen. Durch die Neuorganisation und Reduzierung der Standorte will die Kammer NRW Personal und Kosten einsparen und damit ihren Beitrag zur derzeit laufenden Diskussion um ihre Finanzierung leisten.

Es soll künftig noch acht eigenständige Geschäftsbereiche geben. Dabei sind Zentrale Dienste, EG-Zahlstelle und Förderung, Berufsbildung, Betriebsentwicklung und Beratung, das Untersuchungszentrum Lufa NRW sowie die Kammerleitung in Münster konzentriert. Münster bleibt auch Sitz der zur Landwirtschaftskammer gehörenden Tierseuchenkasse NRW.

Der Geschäftsbereich Tier wird mit dem Landwirtschaftszentrum Haus Düsse in Bad Sassendorf bei Soest konzentriert und übernimmt auch die Verantwortung für den Versuchsbetrieb Haus Riswick in Kleve. Der Geschäftsbereich Pflanze, auch der Gartenbau kommt in den Kölner Stadtteil Auweiler, wo bereits ein Gartenbauzentrum und mehrere Kreisstellen der Landwirtschaftskammer untergebracht sind. Hierhin zieht auch der Geschäftsbereich Standortentwicklung und ländlicher Raum. Der Standort Bonn-Roleber, in dem Teile der bisherigen Kammerzentrale untergebracht sind, wird aufgegeben.

Mit dem neuen Konzept will die Landwirtschaftskammer die Zahl der Stellen um rund 50 auf 1.217 Stellen reduzieren, jedoch ohne betriebsbedingte Kündigungen. Durch Einsparen von Personal- und Sachkosten erwartet sie eine Kostensenkung von 5,7 Millionen Euro jährlich. Eigentlich sollte die Umsetzung des Konzeptes noch in diesem Jahr mit den notwendigen Umbaumaßnahmen erfolgen, und der Wechsel der betroffenen Mitarbeiter an die neuen Standorte sollte bis Ende 2015 abgeschlossen sein. (ts/fri)