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Mainau Ruhewald: „Den aktuellen Zeitgeist getroffen“

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Baumbestattungen sind ab sofort auch im Umfeld der Insel Mainau möglich. Am Sonntag wurde im Konstanzer Stadtteil Litzelstetten – zu dem auch das Bodensee-Eiland gehört – ein knapp neun Hektar großer Ruhewald eröffnet, der den Initiatoren zufolge dem Wunsch nach alternativen Bestattungsformen in Kombination mit einem wachsenden Bedürfnis nach Naturverbundenheit Rechnung trage.

Rund 200 Gäste kamen zur Eröffnung des neuen Mainau Ruhewalds, darunter (v. l.) Theo Straub (Leiter Referat Forst Mainau GmbH), Alexander Gebauer (Künstler Holzkreuz und Holzflügel), Sabine Neufang (Geschäftsführerin Mainau Ruhewald GmbH), Markus Zeiler (Gartendirektor Mainau GmbH), Mainau-Geschäftsführer Björn Graf Bernadotte, Oberbürgermeister Uli Burchardt, Herbert Munjak (Leiter der Technischen Betriebe Stadt Konstanz), Dekan Dr. Mathias Trennert-Helwig, Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal und Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn. Foto: Insel Mainau/Peter Allgaier

Ruhewald gliedert sich an bestehenden Waldfriedhof Litzelstetten an

Rund 8,8 Hektar Laubmischwald stehen den Angaben zufolge in Litzelstetten zur Verfügung, der sich unmittelbar an den bereits bestehenden Ortsteilfriedhof von Litzelstetten in nord-östlicher Richtung zur Insel Mainau angliedert. Somit verbindet sich der neue Mainau Ruhewald mit dem bestehenden „Waldfriedhof Litzelstetten“.

Eigentümerin der Waldfläche ist die Mainau GmbH, die diese der Stadt Konstanz zur Einrichtung eines Ruhewalds überlassen hat. Für dessen Betrieb wurde im Vorfeld eigens die Mainau Ruhewald GmbH gegründet, während die Friedhofsverwaltung den Technischen Betrieben Konstanz (TBK) obliegt.

Jeder fünfte Konstanzer lässt sich inzwischen im Wald bestatten

„Der Mainau Ruhewald ist eine schöne und würdige Bereicherung unserer Bestattungskultur. Wir haben einen neuen Ort des Gedenkens geschaffen, der den Wünschen vieler Bürgerinnen und Bürger entspricht. Möglich geworden ist das durch die sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Insel Mainau. Über diese vorbildliche Kooperation freue ich mich sehr“, erklärte der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt bei der feierlichen Eröffnung des neuen Bestattungswalds.

Die Nachfrage nach Baumbestattungen ist in Konstanz jedenfalls gegeben – wie die Stadt am Bodensee in einer Pressemitteilung erklärte, werden von den rund 720 Sterbefällen im Jahr durchschnittlich 145 Verstorbene in auswärtigen Bestattungswäldern beigesetzt. Damit lasse sich bereits jeder fünfte Konstanzer Bürger im Wald bestatten, Tendenz steigend.

Zunächst gut tausend Ruheplätze im Mainau Ruhewald

„Dass das Interesse der Öffentlichkeit so groß ist, zeigt uns, dass wir mit unserer Idee einen Ruhewald auf den Weg zu bringen, den aktuellen Zeitgeist getroffen haben und einem unmittelbaren Bedürfnis entsprechen. Ich wünsche mir, dass in Zukunft alle Angehörigen einen Ort finden, an dem sie sich geborgen fühlen und ihren Lieben gedenken können“, so der Mainau Geschäftsführer Björn Graf Bernadotte bei der Eröffnung des neuen Ruhewalds.

Über tausend Ruheplätze stehen in dem Laubmischwald, der zu 90 Prozent aus Buchen besteht, zunächst zur Verfügung. Als Ruhebäume sind Medienberichten zufolge aber auch mehrere Eichen, Birken, Ahorn- und Kirschbäume wählbar. Eine Erweiterung der Belegungsfläche sei bei Bedarf möglich.