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Mandevilla: Versuche zur heimischen Produktion mit LED

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Funktioniert eine Kulturführung unter Glas der beliebten Balkon- und Gartenpflanze Mandevilla auch in Bayern? Wenn ja, wie? Das untersucht der Biologe Hannes Seidel, Versuchsingenieur am Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim.

Seit Ende Dezember läuft der Mandevilla-Versuch am Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau in Veitshöchheim, bei dem zwölf unterschiedliche Belichtungsvarianten zum Einsatz kommen. Foto: LWG

Mandevilla-Angebot aus klassischen Anbaugebieten erschöpft

Die neotropische Mandevilla, auch Dipladenia genannt, wird mit ihren leuchtenden Farben immer beliebter: Bis zu 20 Millionen Pflanzen wandern in Deutschland pro Jahr über die Ladentheken. Bisher erfolgt der Anbau für den deutschen Verkaufsstart in den Wintermonaten vor allem in Spanien und Italien.

Mit rund 35 Wochen dauert die Kultivierung der Pflanze vom Topfen bis in die deutschen Verkaufsregale relativ lange. Zudem ist aufgrund der starken Nachfrage das Angebot aus den Anbaugebieten erschöpft und der Markt leer gefegt. Die Weiße Fliege und das Feuerbakterium Xylella fastidoisa erschweren Anbau und Import zusätzlich.

Versuchsreihe mit zwölf verschiedenen Belichtungsvarianten

Umso vielversprechender, dass seit Ende Dezember 2018 an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau die Versuchsreihe zur heimischen Kultur von Mandevilla mittels LED-Belichtung – zwölf unterschiedliche Belichtungsvarianten bei rund 3.000 Pflanzen kommen dabei zum Einsatz – läuft und laut LWG inzwischen erste Blüten trägt.

Versuchsingenieur Hannes Seidel hat dabei bewurzelte Mandevilla-Stecklinge 16 Stunden am Tag mit herkömmlichen Natriumhochdruckdampflampen und LED-Lampen belichtet. Neben Rot und Blau kam auch eine Mischung aus Rot und Blau zum Einsatz. Nach elf Wochen im „Rampenlicht“ zeigt der Versuchsaufbau nun erste Ergebnisse und deutliche Unterschiede.

Welche Belichtung fördert Blüten- und hemmt Rankenbildung?

„Während die Pflanzen unter der blauen Belichtung keine Ranken bildeten, kam es bei den Jungpflanzen unter rotem Licht zu einer deutlich verstärkten Bildung von Ranken“, erklärt Seidel. Genau diese Peitschentriebe sind im Produktionsgartenbau unerwünscht, da die Mandevilla-Pflanzen sich gegenseitig verhaken und nur mit hohem Aufwand kultiviert und vermarktet werden könnten. Sie müssen während der Produktion regelmäßig entfernt werden.

Während die blaue Belichtung in Sachen Rankenbildung punkten kann, steckt sie im Bezug zur Blütenbildung unter Rot deutlich zurück. „Die einfache Mischung von Rot und Blau löst dieses Problem aber nicht. Denn auch dort fand eine Rankenbildung statt“, stellt Seidel klar.

Mitte März ging der Versuch daher in die zweite Runde. Dabei soll diesmal auch die Kombination zwischen jahreszeitlich höherem natürlichen Lichtangebot und Kunstbelichtung untersucht werden.

Mehr News und Infos rund um die Belichtung lesen Sie im TASPO extra LED/Licht in der TASPO 20/2019.