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Medienpreis: Friedhof im digitalen Zeitalter

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Der hr2-Beitrag „Der Friedhof im Zeitalter digitaler Unsterblichkeit“ hat beim Medienpreis der Verbraucherinitiative Aeternitas den ersten Preis gewonnen. In der Radioproduktion des Hessischen Rundfunks geht es unter anderem um neue Formen der Bestattung und von Gräbern bis hin zu virtuellen Grabstätten. Die Jury würdigt mit der Auszeichnung insbesondere die Aktualität des Beitrags, die über die Gegenwart hinaus einen Blick in die Zukunft wirft.

Der Friedhof ist nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch ein Ort für die Lebenden. Das spiegelte sich in den Beiträgen beim Medienpreis „Friedhof heute“. Foto: Aeternitas

Außerdem bilde der preisgekrönte Radiobeitrag eine breite Perspektivenvielfalt sowie den große Facettenreichtum von Friedhöfen und der modernen Bestattungskultur ab, so die Jury des Aeternitas-Medienpreises.

Für Witwen und Witwer: Friedhof als Partnerbörse?

Den zweiten Platz teilen sich der Westdeutsche Rundfunk (WDR) sowie die Journalistin Tanja Schwarzenbach. Letztere hatte ihren in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Beitrag „Seelenverwandte“ eingereicht, der sich mit dem Friedhof als Partnerbörse für Verwitwete befasst. Die Jury hob in ihrer Begründung insbesondere den „überraschenden, neuen Blickwinkel“ hervor, mit dem Schwarzenbach das Thema beleuchtet.

Ebenfalls einen zweiten Preis erhielt die TV-Dokumentation „Rendezvous auf dem Friedhof“ des WDR. Ina Reuter und Marko Rösseler zeigen darin ungeschönt den Alltag auf dem Kölner Südfriedhof. Der Fokus der Dokumentation liegt dabei auf den Hinterbliebenen und Friedhofsbesuchern, ihren Schicksalen und Beziehungen untereinander. Teil 1 und Teil 2 der Dokumentation gibt es zu sehen in der WDR-Mediathek.

Friedhof findet nicht mehr nur zu den Trauertagen in den Medien statt

„Wenn wir beim ersten Journalistenpreis die Erkenntnis gewinnen konnten, dass der Friedhof kein Tabu in der Berichterstattung ist, so haben wir beim zweiten Mal die Erfahrung machen dürfen, dass er äußerst vielfältig dargestellt wird und vor allem mit seinen sozialen Aspekten für die Menschen im Fokus steht“, sagt Christoph Keldenich, Vorsitzender von Aeternitas und Mitglied der Jury. Anders als früher sei die Berichterstattung über Friedhöfe in den Medien heute nicht mehr nur auf die klassischen Trauertage im November beschränkt, so Keldenichs Erkenntnis.

Wie Aeternitas mitteilt, wird der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Medienpreis „Friedhof heute“ in diesem Jahr in seine dritte Runde gehen. Nähere Infos dazu will die Verbraucherinitiative rechtzeitig vor Ausschreibungsbeginn bekanntgeben.