Grüne Branche

Mega-Bauvorhaben am Niederrhein

Auf heftigen Widerstand stößt derzeit das von dem niederländischen Projektentwickler Mela (Venlo) geplante neue Gartenbaugebiet am Niederrhein bei Straelen in der direkten Region. Die Ankündigung, dass mehr als zwei Drittel der 165 Hektar großen Fläche mit Treibhäusern bebaut werden sollen, rief verschiedene Naturschützer und andere Gegner auf den Plan. Ob trotzdem in Kastanienburg bei Straelen wirklich wie geplant 1,1 Millionen Quadratmeter -Gewächshausfläche gebaut werden, hängt an der Entscheidung der Stadt. Am 26. Februar will sie in einer öffentlichen Sitzung darüber beraten, ob sie der niederländischen Investition stattgeben will. Ein Teil der Fläche soll Medienberichten zufolge in einem Wasserschutz- und Landschaftschutzgebiet liegen. Die Verkaufsbereitschaft der Landeigentümer sei aber gegeben, hieß es. Baubeginn soll nach den Vorstellungen des Projektentwicklers bereits 2009 sein. Nur wenige Befürworter hat das ehrgeizige Projekt direkt an der niederländischen Grenze bisher. Das kann Gärtnermeister Helmut Roebers (Grünidee) nicht verstehen: Er sprach sich öffentlich für die niederländische Investition aus. Er sieht darin eine große Chance für die Region und den Gartenbau. Was bislang geschah: Am 7. Dezember 2007 hatte die Mela Projectbegeleiding aus Venlo bei der Stadt Straelen einen Antrag zur Errichtung eines etwa 165 Hektar großen Gartenbaubetriebes gestellt. Er liegt im Südwesten der Stadt Straelen, Ortsteil Kastanienburg, einige Hundert Meter von der Grenze entfernt. Luftlinie drei Kilometer von der Veiling/ ZON/Grubbenvorst und zwei Kilometer von der Veiling Landgard in Straelen -Herongen entfernt. Auf der zurzeit landwirtschaftlich genutzten Fläche sollen 110 Hektar Unterglasfläche entstehen, die niederländische und deutsche Gärtner pachten können. Das Gartenbaugebiet soll als so genanntes Cluster konzipiert sein, wie die RPonline (Rheinische Post) berichtete. Das bedeute, die beteiligten Betriebe teilen sich beispielsweise Personal, Maschinenpark und Energie. Namen der beteiligten Investoren wurden bislang nicht genannt. Der Widerstand kommt in erster Linie aus nicht-gärtnerischen Reihen, von Naturschützern. Was denken die betroffenen Gärtner? Das Projekt wird in der Region sehr unterschiedlich beurteilt. "Es wird sowieso gebaut, ob vor oder hinter der Grenze", sagt Franz Gielen, Zierpflanzenproduzent aus Straelen. Die Mehrheit der Gärtner fürchte sich nicht vor dem Superbau. Er selbst sieht in der Idee der "grenzüberschreitenden" Gärtnersiedlung einen fairen Wettbewerb. Deutsche Gärtner könnten sich zu den gleichen Konditionen wie ihre niederländischen Kollegen beteiligen.