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Megaseller Calocephalus: Stacheldraht auf Wachstumskurs

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Calocephalus zählt, neben Callunen und Chrysanthemen, zu den Megasellern im Herbstsortiment – mit noch zunehmendem Potenzial bis in die Advents- und Weihnachtszeit hinein. Wir haben das Phänomen „Stacheldraht“, wie das bizarr anmutende silbergraue Pflanzen-Knäuel auch genannt wird, genauer ins Visier genommen.

Nachfrage nach Calocephalus nimmt ab 2010 Fahrt auf

In den USA, im Vereinigten Königreich und im südlichen Europa ist Calocephalus als Handelsartikel völlig unbedeutend. Anders ist dies in Deutschland und Österreich, in der Schweiz, den Niederlanden und in skandinavischen Ländern. Hierzulande begann ein nennenswerter Anbau des Silberknäuels in den 1990er-Jahren.

Richtig Fahrt nahm die Nachfrage nach Calocephalus, ob als Einzelpflanze im 11er- und 12er-Topf oder als Mix, ab 2010 auf. Nicht nur als strukturgebende Begleitpflanze in herbstlich bepflanzten Gefäßen tauchten die „Calos“ im großen Stil auf, auch in der floristischen Verarbeitung wuchs ihre Bedeutung. Immer deutlicher und auf breiter Ebene wurde das enorme Potenzial des silbernen Knäuels mit dem skurrilen Triebgeflecht erkannt.

Millionen „Stacheldraht“-Pflanzen allein in Deutschland vermarktet

Inzwischen werden jährlich allein in Deutschland Millionen Pflanzen von Ende August bis in das neue Jahr hinein vermarktet. Offensichtlich ist der Marktsättigungsgrad noch nicht erreicht, so jedenfalls die Einschätzung vieler Experten. Vorteilhaft für die Vermarktung ist auch die Transport-Unempfindlichkeit der Verkaufsware.

Heute erfolgt der Anbau von Calocephalus im großen Stil vor allem in Produktionsgärtnereien am Niederrhein. Hauptprodukt ist die Ware im 10,5er- bis 12er-Topf. Getopft werden krautige, bewurzelte Stecklinge, entnommen von Mutterpflanzen, die meist in Südbetrieben kultiviert werden. Teilweise werden die Stecklinge auch direkt dort bewurzelt.

Fertigkultur beginnt in Kalenderwoche 16 bis 24

Ausgeliefert werden Jungpflanzen zum Beispiel in 180er-Trays, doppelt gesteckt, ungestutzt oder bereits einmal gestutzt. Diese kommen sofort in den Endtopf und werden in der Regel direkt auf technisch entsprechend ausgestatteten Freilandflächen ausgestellt und fertig kultiviert. Je nach Region und gewünschter Größe beginnt die Fertigkultur mit dem Topfen in Woche 16 bis Woche 24.

Ungestutzte Calocephalus-Jungpflanzen werden nach ein bis zwei Wochen das erste Mal und gegebenenfalls ein bis zwei Wochen später noch ein zweites Mal gestutzt. Hemmstoffeinsätze sind nicht zwingend erforderlich.

Wichtig während der Kultur ist ein vollsonniger Standort, ebenso kontrollierte Wassergaben, denn die Pflanzen sind staunässeempfindlich. Ferner ist auf eine sehr gute Nährstoffversorgung zu achten. Nachlässigkeiten in diesen Punkten führen schnell zu mangelnden Verkaufsqualitäten.

Calocephalus behält silbriges Aussehen monatelang

Der Vermarktungszeitraum von Calocephalus erstreckt sich von Woche 35 bis zum Jahresende und darüber hinaus. Im Gegensatz zu Blühpflanzen bleibt die Verkaufsware nahezu unverändert. Sie behält ihr silbriges Aussehen monatelang, sodass sich recht ausgedehnte Vermarktungszeiträume ergeben. Selbst eine Kühlung der Verkaufsware ist unter Umständen möglich.

Probleme drohen während der Kultur durch Echten Mehltau, Septoria und Botrytis, aber auch durch Wurzelpilze infolge stauender Nässe. An tierischen Schaderregern können Spinnmilben, Raupen und Trauermücken auftreten. Im Großen und Ganzen gilt die Kultur von Calocephalus aber heutzutage als nicht allzu problematisch.

Mehr zum Phänomen „Stacheldraht“, unterschiedlichen Selektionen und den Absatzchancen durch die Vielfalt von Calocephalus lesen Sie in der aktuellen Gärtnerbörse 04-05/2019, die Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.