Grüne Branche

Mehr Geld für die Öko-Produktion: Nordrhein-Westfalen reicht Förderplan in Brüssel ein

Für das neue Programm zur Entwicklung der ländlichen Räume in Nordrhein-Westfalen stehen 1,1 Milliarden Euro an Fördergeldern für den Zeitraum 2014 bis 2020 zur Verfügung. Die Mittel dazu kommen aus dem deutschen Anteil des Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER). Den Entwurf hat NRW jetzt bei der EU-Kommission zur Genehmigung eingereicht.

Bio-Salat. Foto: UJac/Fotolia.com

Der Entwurf sieht deutliche Prämienerhöhungen für den Öko-Landbau vor, um die Anbaufläche in NRW zu vergrößern und die Absatzchancen für Öko-Produkte besser zu nutzen. Ab Mitte 2015 sollen dafür folgende Prämien gelten:

  • Im ersten und zweiten Jahr der Umstellung 1.440 Euro je Hektar für Gemüse- und Zierpflanzenflächen, danach 400 Euro.
  • Anfangs 2.160 Euro je Hektar für Dauerkulturen und Baumschulflächen, dann 940 Euro.
  • 6.000 Euro für Unterglasflächen in den ersten beiden Jahren, im dritten bis fünften Jahr der Umstellung dann noch 5.000 Euro und ab dem sechsten Jahr 3.800 Euro.

Über den Öko-Landbau hinaus und mit Blick auf die konventionelle Landwirtschaft sollen die bewährten Agrarumweltmaßnahmen inklusive der differenzierten Vertragsnaturschutzangebote ausgebaut werden. Hierzu werden die Maßnahmen finanziell deutlich gestärkt und die Prämien erhöht. In vielen Fällen steigen die Prämien um 20 Prozent bis 70 Prozent, so das Ministerium weiter.

Die Wirkungen des sogenannten Greenings der Direktzahlungen sollen durch Agrarumwelt- und Vertragsnaturschutzmaßnahmen gezielt verstärkt werden. Mit Hilfe von Uferrand- und Erosionsschutzstreifen sollen ökologische Vorrangflächen geschaffen werden, um Gewässer vor Einträgen aus der Landwirtschaft zu schützen. Blühstreifen sollen ausgeräumte Landschaften beleben, blühende Leguminosen im Rahmen vielfältiger Fruchtfolgen dienen als zusätzliche Insektenweide und stärken den heimischen Eiweißfutteranbau. Beide Maßnahmen sollen gut kombinierbar und so in der Praxis gut umsetzbar sein.

Alle Förderbeträge stehen unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Europäische Kommission. Über die Förderprogrammen informiert das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen auf seiner Web-Seite. (ts/fri)