Grüne Branche

Mehrere Zertifizierungsmethoden im Spiel

Ein viel diskutiertes Thema auf dem Weg zur Umsetzung des Bundesnaturschutzgesetzes ist die Zertifizierung. Auf Länderebene existieren bereits etablierte Verfahren, so in Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg und Schleswig-Holstein.

Die Bund deutscher Baumschulen Servicegesellschaft mbH (BSG) hat nun mit der Zertifizierungsgemeinschaft gebietseigene Gehölze (ZgG) ein vom Bundesumweltministerium anerkanntes Zertifizierungsschema erarbeitet, das bundesweit allen interessierten Händlern und Produzenten offen steht, die Gehölze für die Verwendung in der „freien Natur“ anbieten. Erklärtes Ziel: Das Angebot der ZgG als Standardzertifizierung am Markt zu etablieren, erläuterte Markus Guhl auf der Mitgliederversammlung der Forstbaumschuler. Der TÜV Saarland als unabhängige Einrichtung wurde mit der Prüfung der Zertifizierungskriterien beauftragt. Die ersten beiden Prüfer, Praktiker mit mindestens Meistertitel, sind geschult und aktuell bereits für die ZgG tätig. Die ersten Zertifikate wurden Anfang Oktober vergeben. Das System basiert auf dem EG-Pflanzenpass und einem eigens vom BdB entwickelten Artikelstamm für gebietseigene Gehölze.

Mit dem RAL e.V. (Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung) ist eine weitere, allseits als seriös und unabhängig anerkannte Organisation auf dem Gebiet der Zertifizierung aktiv. Das RAL-Gütezeichen Wald- und Landschaftspflege (GGWL) wurde um einen siebten Bereich erweitert: Die Anzucht gebietsheimischer Gehölze (RAL-GZ 244/7). Dr. Sabine Labitzke von der GGWL erläuterte detailliert, was bei Antragstellung und Erstprüfung zu beachten ist und wie diese ablaufen. Die laufende Überwachung beispielsweise gliedert sich in Eigen- und Fremdüberwachung, letztere einmal jährlich.

Beide Zertifizierungssysteme fanden nicht die ungeteilte Zustimmung der Forstbaumschuler. Bei der ZgG waren es unter anderem die hohen Kosten (Gebühren für Nichtmitglieder und Erwerb des Baumschulkatalogstamms (BKS) für die Dauer von fünf Jahren), die für kleinere Betriebe nicht finanzierbar seien. Beim RAL-Gütezeichen war es die Mindestgröße der Anzuchtfläche von zwei Hektar, die von einem erheblichen Teil der Betriebe nicht erreicht werde.