Grüne Branche

Mehrweg- & Einwegtrays: „Plastikmüllproblem mit hoher Priorität“

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Ende vergangenen Jahres hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Umfrage unter Pflanzengroßhändlern, Bau- und Gartenfachmärkten, Branchenverbänden und dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) zum Einsatz von Mehrweg- und Einweg-Transportverpackungen für Pflanzen gestartet. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Ware in Trays an der Versteigerungsuhr von Royal FloraHolland im niederländischen Naaldwijk. Foto: Royal FloraHolland

Rückmeldungen von rund 100 Befragten

Rückmeldungen gab es von rund 100 Befragten, darunter Royal FloraHolland, die Baumarktkette Hornbach und LEH-Schwergewichte wie Rewe und Lidl. Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe, nennt als ein Ergebnis der Umfrage: „Die vielen Rückmeldungen haben eines gemeinsam: Dem Plastikmüllproblem durch Einwegtrays – aber auch durch Einwegtöpfe – wird branchenübergreifend ein hohes Maß an Priorität beigemessen.“

In einer ersten Analyse der Umfrage-Ergebnisse meint der DUH-Experte, dass „Pflanzengroßmärkten sowie klein- und mittelständischen Pflanzenhändlern die Problematik von zu viel Plastikmüll durch Einwegtrays sehr wohl bewusst ist“.

Pflanzengroßmärkte und Co. arbeiten seit vielen Jahren mit Mehrwegtrays

Viele dieser Marktteilnehmer würden bereits seit vielen Jahren mit Mehrwegtrays wie zum Beispiel Palettinos arbeiten und „das gute Handling sowie die problemlos umzusetzende Logistik bestätigen“. Zudem würden auch die Kostenvorteile des Mehrweg-Systems im Vergleich zu Einwegtrays angeführt. „Abfallvermeidung, Klimaschutz und Ressourcenschonung gehen offensichtlich auch Hand in Hand mit betriebswirtschaftlichen Vorteilen“, resümiert Fischer.

Demgegenüber würden bei großen Blumen- und Pflanzenhandelsketten Mehrwegtrays kaum und beim LEH sowie in Bau- und Gartenfachmärkten „überhaupt keine Rolle spielen“. Über Mehrweg-Alternativen würde „zumeist nicht als Lösungsmöglichkeit nachgedacht“. Es würde stattdessen darauf verwiesen, dass rund 90 Prozent der Einwegtrays dem Recycling zugeführt würden, weil diese sortenrein in den Verkaufsstellen verblieben. Nur ein geringer Teil würde von den Verbrauchern mitgenommen. Die im Gelben Sack entsorgten Einwegtrays würden jedoch nicht recycelt, da es für Polystyrol in den meisten Sortieranlagen keine Sortiergruppe mehr gäbe – so Thomas Fischer.

Einwegpaletten aus anderen Materialien laut DUH der falsche Weg

„In einigen Baumarkt-Ketten wird darüber nachgedacht, auf Einwegkartons zum Transport von Pflanzen umzusteigen“, sagt Thomas Fischer. Auch über Biokunststoffpaletten oder Einwegpaletten aus Recyclingmaterial würde diskutiert. Seitens der DUH ist „der Austausch von herkömmlichen Einwegtrays durch Einwegpaletten aus anderen Materialien der falsche Weg, denn es fällt dadurch kein Gramm weniger Abfall an“. Fischer kündigte in diesem Zusammenhang Gespräche mit dem Branchenverband der Bau- und Gartenfachmärkte an, „um branchenweite Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren“.

Mehr zu den Ergebnissen der DUH-Umfrage zum Einsatz von Mehrweg- und Einweg-Transportverpackungen für Pflanzen lesen Sie in der TASPO 9/2020, die in unserem Online-Shop abrufbar ist.

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