Grüne Branche

Mikrogrün-Spezialist Lütt Gröön: „Es gibt noch viel Handarbeit“

, erstellt von

Wenn man als (Einzel-)Händler bemerkt, dass im Einzugsbereich ein weiterer Anbieter nahezu identische Produkte offeriert, dann ist das Mist – weil Konkurrenz. Es sei denn, man tut sich zusammen, gründet ein gemeinsames Unternehmen und bündelt Erfahrungen und Möglichkeiten. So sind Lukas Born und Amir Yagel vorgegangen, die Gründer von Lütt Gröön.

Unternehmen steckt noch in der Gründungsphase

Beide boten seit 2017 auf ihren Wochenmarktständen auf dem Hamburger Isemarkt Mikrogrün an, etwa Erbsen, Radieschen oder Weizen- und Gerstengras im Keimblattstadium. Im Oktober 2018 haben sie dann eine gemeinsame GbR gegründet und für die Produktion ein 750 Quadratmeter großes Gewächshaus bei einem der größten Kräuterproduzenten in den Hamburger Vier- und Marschlanden gepachtet.

Das Unternehmen Lütt Gröön – plattdeutsch für „kleines Grün“ – steckt also noch in der Gründungsphase, setzt aber ganz klar auf die Zukunft – die jetzige Produktionsfläche hat Potenzial, sie ist erst um ein Drittel ausgeschöpft.

Drei Vermarktungswege für Mikrogrün-Produkte

Lukas Born kommt aus der Land- und Forstwirtschaft, Amir Yagel hat in Israel für eine Hydroponik-Farm gearbeitet. Expertise bringen sie also mit. Ihre Mikrogrün-Produkte verkaufen sie gegenwärtig über drei Schienen: Einzelhandel/Restaurants, Großhandel (etwa Bio-Kisten) und auf Wochenmärkten in Lüneburg, auf dem erwähnten Isemarkt (ein Touristen-Hot-Spot) und auf dem Spritzenplatz-Wochenmarkt in Altona.

Angeboten werden die Produkte von Lütt Gröön in Plastiktöpfen, wobei „wir auf kompostierbares Pappmaché umstellen werden, es gibt dort gute Lösungen“, erläutert Born. Die Plastiktöpfe werden „von unseren Stammkunden sogar zurückgebracht“.

Gefragt: Erbsen, Radieschen, Weizen- und Gerstengras von Lütt Gröön

Produziert wird ebenfalls in Trays, die Ware dann auf dem Wochenmarkt vor den Augen der Kunden geschnitten und in kompostierbaren PLA-Schalen verkauft. Ein Schälchen kostet auf dem Wochenmarkt 3,50 Euro, Inhalt je nach Produkt 30 bis 70 Gramm. Die Haltbarkeitsdauer liegt zwischen fünf und sieben Tagen.

Besonders gut nachgefragt werden Erbsen aufgrund des Geschmacks, Radieschen (nicht zuletzt wegen der Farbe) sowie Weizen- und Gerstengras aus Gesundheitsaspekten.

Geht es um die jetzige Positionierung von Lütt Gröön, führt der gelernte Forst- und Landwirt den Begriff „Entrepreneurship“ an, also die Gründung von Unternehmen auf innovativen Geschäftsideen. Innovativ heißt auch immer, dass es nur wenige vorgefertigte Lösungen gibt. „Es ist ja ein komplett neues Feld, es gibt noch viel Handarbeit, wir müssen ständig lernen, effektiver und somit kostengünstiger zu werden“, erklärt Born.

Kurze Wege und regionale Produktion unabdingbare Voraussetzungen

Für das Produktsegment Mikrogrün scheinen kurze Wege, eine regionale Produktion eine unabdingbare Voraussetzung zu sein. Bei den Just-in-time-Lieferungen lassen sich die Produkte nicht quer über den Kontinent transportieren. Selbst wenn dies technisch/logistisch möglich wäre – für die Konsumenten ist Frische die oberste Voraussetzung.

Mehr zu Lütt Gröön lesen Sie in der TASPO 20/2019, die Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.