Grüne Branche

Mindestlohn Saisonarbeiter: Aufzeichnungspflicht „ersatzlos streichen“

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) macht sich große Sorgen um die Auswirkungen des Mindestlohns auf Gartenbau und Landwirtschaft: Die Aufzeichnungspflichten für Saisonarbeitskräfte würden vor allem die Sonderkulturbetriebe erdrücken. Deshalb will der DBV die Aufzeichnungspflicht „ersatzlos streichen“ lassen. 

Joachim Rukwied und der DBV fordern die Streichung der Aufzeichnungspflicht für Saisonarbeitskräfte. Foto: DBV

Aufzeichnungspflicht für Saisonarbeitskräfte nicht praktikabel

310.000 Saisonarbeitskräfte arbeiten nach Informationen des DBV In den deutschen Sonderkulturbetrieben, die Obst, Gemüse, Wein oder Hopfen anbauen. Sie kommen vor allem aus osteuropäischen Staaten. Vor allem während der Arbeitsspitzen, die zur Erntezeit auftreten und gleichzeitig für das wirtschaftliche Bestehen der Betriebe ausschlaggebend sind, kommen die Saisonarbeitskräfte zum Einsatz.

Mindestlohn Saisonarbeitskräfte: Jede zusätzliche „Jede zusätzliche bürokratische Belastung ist in dieser Zeit zu vermeiden“, fordert das Präsidium. Zumindest müssen die Aufzeichnungspflichten so vereinfacht werden, dass eine Dokumentation der geleisteten Arbeitsstunden ausreicht.

Aufzeichnungspflicht und Landwirtschaft: Ausnahmen für Familie

In der Erklärung hält das DBV-Präsidium fest, dass Familienangehörige, die oft vertraglich geregelt auf den Höfen mitarbeiten, ebenfalls von der Aufzeichnungspflicht ausgenommen werden sollten. Die bisherige Praxis habe sich hier schließlich bewährt. Die Erklärung unterstreiche zusätzlich, dass die Arbeit in der Landwirtschaft witterungsabhängig sei und das Ernten von verderblichen Lebensmitteln umfasst.

Diese Besonderheiten müssen durch zusätzliche Ausnahmeregelungen im Arbeitszeitgesetz berücksichtigt werden.
Die Erklärung kann auf der Webseite des Bauernverbands im Wortlaut eingesehen werden. (dbv/ts)