Grüne Branche

Mit Ablauf der Erklärungsfrist: tariflicher Mindestlohn für Agrarsektor angenommen

Mit Ablauf der Erklärungsfrist am 24. Juli ist der erstmals für den Gartenbau sowie die Land- und Forstwirtschaft vereinbarte tarifliche Mindestlohn von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Arbeitsgemeinschaft der gärtnerischen Arbeitgeberverbände (AgA) sowie dem Gesamtverband der Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) angenommen worden. 

Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung startet der tarifliche Mindestlohn für die Beschäftigten im Agrarsektor zeitgleich mit dem gesetzlichen Mindestlohn zum 1. Januar 2015. Foto: ZVG

Damit gilt laut IG BAU für die rund 750.000 Beschäftigten im Agrarsektor ab 1. Januar 2015 die neue tarifliche Regelung, die vorsieht, die unterste Lohngruppe – in die Saisonarbeiter fallen – in vier Schritten bis Ende 2017 auf 9,10 Euro pro Stunde anzuheben. „Im Wege der Tarifautonomie konnten wir damit passgenaue Lösungen vereinbaren und die Land- und Forstwirtschaft sowie den Gartenbau zukunftsfester machen“, erklärte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Harald Schaum. Das Fundament für weitere Schritte in der zweiten Jahreshälfte sei damit gelegt.

Der Tarifvertrag bestimmt daneben, die im Mindestlohngesetz der Bundesregierung vorgesehenen Ausnahmen nicht anzuwenden. Insbesondere regelt die Vereinbarung, dass ehemals Langzeitarbeitslose ab der ersten Stunde den tariflichen Mindestlohn erhalten. Auch Jugendliche unter 18 Jahren haben danach Anspruch auf die Lohnuntergrenze, wenn sie nicht gleichzeitig Schüler sind.

Die Tarifverhandlungen fanden der IG BAU zufolge vor dem Hintergrund der Debatte um den gesetzlichen Mindestlohn statt. Ziel sei gewesen, die im Gesetz vorgesehene Übergangsfrist zu nutzen und die Löhne für ungelernte Arbeitnehmer an den gesetzlichen Mindestlohn heranzuführen. (ts)