Grüne Branche

Mit Agroforstwirtschaft das Klima schützen

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Das Thema Klimaschutz ist aktuell in aller Munde in der Branche. In der Schweiz haben sich Landwirte schon länger mithilfe der Agroforstwirtschaft darauf eingestellt und liefern damit einen möglichen Ansatz für die Zukunft.

Agroforstwirtschaft - ein Weg aus der Klimakrise? Foto: Gabriela Brändle, Agroscope

Kombination aus Landwirtschaft und Nutzung von Bäumen

Die Debatte um den Klimaschutz fordere immer mehr Anpassungen und Innovationen. Landwirte seien in vielfältiger Art und Weise gefordert, heißt es. Sie sollen Treibhausgasemissionen reduzieren und gleichzeitig mehr produzieren. Ein weiter Spagat, der nicht leicht zu bewältigen sei. Laut einer Mitteilung von Agroscope sei das jedoch mit Agroforstwirtschaft durchaus möglich. Dahinter verbirgt sich die Kombination aus klassischer Landwirtschaft mit der Nutzung von Bäumen auf gleicher Fläche. Würde diese Art der Bewirtschaftung auf rund neun Prozent der europäischen Landwirtschaftsfläche etabliert, könnten bis zu 43 Prozent der Treibhausgasemissonen der Landwirtschaft kompensiert werden. Diese Werte ergaben eine Studie von Agroscope-Fachleuten.

Erhebliches Potential für Klimaschutz

Im Rahmen des EU-Projekts AGFORWARD (www.agforward.eu) haben Fachleute von Agroscope in ganz Europa nach Standorten mit Umwelt-Defiziten gesucht, die von Agroforstsystemen profitieren würden. Laut Mitteilung entfalte die Agroforstwirtschaft ein erhebliches Potenzial für den Klima- und Umweltschutz. Die Bäume speichern Kohlenstoff, reduzieren Bodenerosion sowie Nitratverluste und bieten Habitate für viele Tierarten. Letzteres wirkt sich unter anderem positiv auf Bestäuber und Nützlinge aus. Laut EU-Studie bestehe auf rund einem Viertel der Landwirtschaftsfläche Europas kaum Umwelt-Defizit. Auf rund neun Prozent dieser Flächen seien die Defizite allerdings enorm. Mit Agroforstwirtschaft könnten auf diesen Flächen große Teile der Treibhausgase kompensiert werden und die Nahrungs- und Futtermittelproduktion dennoch weiterlaufen.

Vorteile der Agroforstwirtschaft für Landwirte

Bekannt und verbreitet in der Schweiz seien laut Mitteilung Hochstamm-Feldobstbau, Kastanien-Selven oder Wytweiden. Diese Agroforstsysteme erleben sowohl im Ackerbau als auch in der Viehhaltung ein Comeback. Dabei gebe es folgende Möglichkeiten:

•    Ackerbau-Fruchtfolge mit Wildobst zur Wertholzproduktion
•    Gemüsebau mit Tafel- und Mostobst
•    Hennen-Freilandhaltung mit Nussbäumen

Landwirtinnen und Landwirte können dabei mehrfach profitieren:

•    eine grössere Produktepalette für den Markt
•    mehr Bestäuber und Nützlinge
•    weniger Erosion und Nitratverluste
•    aktiver Beitrag zum Klimaschutz
•    Zahlungen für Umweltleistungen aus der Biodiversitäts- oder Klimaschutzförderung