Grüne Branche

Mit dürftigen Informationen gekämpft: Facharbeit zum Bio-Anbau von Weihnachtsbäumen

Die nachfolgend zitierte Facharbeit im Grundkurs Biologie an einem Münsteraner Gymnasium im Schuljahr 2013/2014 zeigt exemplarisch, wie die Branche von außen wahrgenommen wird und wie schwierig jemand an Informationen aus erster Hand kommt, selbst wenn er sich darum bemüht. Thema der Arbeit von Rosana Pironne waren „Probleme und Herausforderungen des Anbaus vom Bio-Tannenbäumen“.

Der Trend geht zum Bio-Weihnachtsbaum, allerdings ist die Informationslage bisher dürftig. Foto: BdB

„Bio-Tannenbäume liegen im Trend, der allerdings noch ganz am Anfang steht ... Sicherlich ist es wünschenswert, zumindest in meinen Augen, dass alle Tannenbäume irgendwann biologisch angebaut werden. Aber in der Größenordnung des Tannenbaummarktes ist dies sicherlich nicht umsetzbar, da der Bedarf sehr hoch ist und die Anbauer dies nicht leisten können.

Die Umstellung ist von genannten Gefahren und Risiken begleitet, das heißt, nur kleine Anbauer können ruhigen Gewissens Bio anbauen. Die große Masse wird weiterhin herkömmlich anbauen.“ So das Fazit der Arbeit. Die Schülerin wollte anhand des Nischenproduktes die Zusammenhänge zwischen Umweltbewusstsein und Produktangebot und daraus resultierende Wechselwirkungen aufzeigen.

Das Informationsangebot dazu war dürftig. Manches zum Bio-Anbau fand sie schließlich beispielsweise bei Utopia, Robinwood, Ökolandbau und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Ergänzend interviewte Rosana Pironne zwei Bio-Anbauer im Sauerland, Volker Grüber aus Halver, der in diesem Jahr erstmals Bio-Bäume anbieten kann, wie er auf seiner Homepage erläutert, und Heinrich Wiese-Höhmann aus Meschede-Stockum, dessen Betrieb sich in der Umstellungsphase befindet (siehe TASPO 22/14).

Ein zusätzlicher Besuch im Betrieb Wiese-Höhmann bestärkte die Schülerin in ihrer Meinung, dass alle Tannenbäume im Bio-Anbau erzeugt werden sollten, „da der Schutz unserer Umwelt Priorität hat und dem Allgemeinwohl dient“. Und dass einem ein Bio-Baum „der Umwelt zu Liebe einiges Wert sein (sollte), selbst wenn ein Bio-Tannenbaum in der Regel mehr kostet.“

Bei den Recherchen zu ihrer Facharbeit musste Rosana Pironne feststellen, „dass es selbst im Internet sehr wenige zusammenhängende Informationen gibt“ und von den vier schließlich vom Berater der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Kristof Köhler, genannten Veröffentlichungen keine in der Unibibliothek in Münster ausfindig zu machen war. „Beim Bio-Weihnachtsbaum handelt es sich um ein Nischenprodukt“, so Pironnes Schlussfolgerung.

Die Gymnasiastin trug Zahlen und Fakten zu Tannenbäumen allgemein zusammen. Ihre Quellen: handelsdaten.de der Statista GmbH. Danach stieg die Zahl der verkauften Bäume von 2000 bis 2013 von 24 auf 30 Millionen. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) nennt hingegen für 2013 25 Millionen verkaufte Bäume. 12.000 Haupt- und Nebenerwerbs-Produzenten soll es im Bundesgebiet geben. Diese Zahlen seien hier nur exemplarisch genannt.

Vom Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger (BWS) stammen die Zahlen über die aus Dänemark importierten Bäume: 2,2 bis 3 Millionen zwischen 2005 und 2011, und die Angabe, dass auch zwei bis drei Prozent der deutschen Bäume wiederum exportiert werden. Veröffentlicht hat die Zahlen der SDW. Rosana Pironne zitiert auch aus der Homepage von Markus Schauer, der dort den auf der alten Homepage des BWS aufgeführten „Antwortkatalog zu Kernfragen von Journalisten und Endverbrauchern“ aufgenommen hat. (jen)