Mit Moos gegen miese Luft?

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Über die schlechte Luft in deutschen Städten wird viel diskutiert. Umweltverbände klagen, mancherorts drohen Fahrverbote. Lösungen müssen also her. Ein Unternehmen verspricht Abhilfe durch mobile Mooswände. Könnten sie Bäume in den Schatten stellen? Ein Projekt in Stuttgart untersucht die Wirkung einer Mooswand unter realen Bedingungen.

Das Problem der Luftverschmutzung, vor allem die Belastung mit Feinstaub und Stickstoffoxiden, ist bekanntlich nicht neu, kocht aber unter dem Eindruck des Dieselskandals hoch. Nach bisher zwei „Dieselgipfeln“ ist klar, dass es schwierig wird, die Luftqualität in Städten spürbar zu verbessern. Neben Software-Updates und Umstiegsprämien sind auch Fahrverbote im Gespräch. Der BdB hob zudem anlässlich des Dieselgipfels Anfang September die Bedeutung von Bäumen als natürliche Feinstaubfilter hervor.

Einen zumindest teilweise natürlichen Lösungsansatz verfolgt Green City Solutions, ein 2014 in Dresden gegründetes, mehrfach prämiertes Start-up. Ziel des heute in Berlin ansässigen Unternehmens ist, innovative Lösungen für zukunftsfähige Städte zu finden. Green City Solutions hat eine mobile Mooswand entwickelt, die Feinstaub aus der Luft filtern soll, den sogenannten „CityTree“. Ein einzelner dieser künstlichen Stadtbäume könne so viel Feinstaub absorbieren wie 275 echte Stadtbäume, so das Unternehmen.

Funktioniert das?
Die Entwickler versprechen, dass CityTrees effektiver in der Reinigung von Stadtluft seien als Bäume. Feinstaub sammle sich vor allem am Boden bis in vier Meter Höhe, wo Bäume meist nur den Stamm, aber keine Blätter haben. Moose dagegen sind ganzjährig grün und haben mit ihren Millionen kleinsten Blättchen eine riesige Oberfläche, die Feinstaub elektrostatisch festhält. Ammoniumnitrate (Anteil am Feinstaub bis 50%) werden von den Moosen aufgenommen und mit Hilfe von Bakterien in Pflanzenmasse umgewandelt. Außerdem seien die CityTrees platzsparender als Bäume – ein Vorteil an manchem Standort. al

Erfahren Sie mehr über den „CityTree“ im ausführlichen Artikel der Deutschen Baumschule, Ausgabe 10/2017

 

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