Grüne Branche

Mitarbeiter unter der Lupe

Personalbeurteilung
Die Beurteilung von Mitarbeitern kann eine heikle Sache sein. Doch durch professionelle Vorgehensweise lassen sich solche Gespräche für beide Seiten – Vorgesetzte und Mitarbeiter – konstruktiv gestalten, erhöhen die gegenseitige Akzeptanz und bieten Chancen zur Weiterentwicklung.

Eine systematische Beurteilung der Mitarbeiter wird selten freudig begrüßt. Der Beurteilung kann man aber den abschreckenden Charakter nehmen, wenn sie freiwillig erfolgt. Professionelle Gespräche geben dem Mitarbeiter ein Stück Sicherheit; eine objektive Beurteilung zeigt ihm seinen Leistungsstand und die Entwicklungsmöglichkeiten.

Nur wenn die Beurteilung professionell vorgenommen wird, wächst bei den Mitarbeitern die Akzeptanz und die Bereitschaft, sich zu entwickeln und später Verantwortung zu übernehmen. Aber auch für den Betrieb ist es eine Chance, bei der Personalplanung die richtigen Leute an den richtigen Platz zu setzen. Gleichwohl müssen Baumschulen akzeptieren, dass langjährige Mitarbeiter die systematische Beurteilung nicht annehmen; gleiches gilt auch für kurzzeitig eingestellte Saisonkräfte. Auch bei flachen Hierarchien sind solche systematischen Beurteilungen nicht sinnvoll.

Viele Betriebe überlassen es neu eingestellten Mitarbeitern nach sechs Monaten, ob sie am Beurteilungssystem teilnehmen möchten. Die Gespräche führt immer der direkte Vorgesetzte, nicht der Chef, dem der unmittelbare Kontakt zum Mitarbeiter oft fehlt. Da aber dem Vorgesetzten nicht selten die Erfahrung dabei fehlt, sollte er sich mit einem Leitfaden befassen und versuchen, die typischen Fehler vermeiden.

Regelmäßige Bewertung
Auch in Baumschulen wird es zunehmend üblich, Mitarbeiter systematisch zu beurteilen, und nicht nur nach Gefühl. Bisher herrschte die Meinung, dass bei „den paar Leuten“ eine regelmäßige Leistungsbeurteilung nicht erforderlich sei. Kam es zu einem Fehler, wies der Chef den Mitarbeiter eben darauf hin. Die regelmäßige Leistungsbeurteilung des Personals dagegen beschränkt sich nicht nur auf einzelne Vorfälle, die kritisiert werden müssen, sondern bewertet jeden Mitarbeiter nach seiner Leistung.

Dazu müssen Leistungskriterien definiert sein und dem Mitarbeiter vor der Beurteilungsperiode bekannt gegeben werden. Denn eine Personalbeurteilung wird nur erfolgreich sein, wenn jeder weiß, nach welchen Kriterien er beurteilt wird, welche Erwartungen sein Chef an ihn hat. Inwieweit er diese erfüllen konnte, erfährt der Mitarbeiter bei der Beurteilung mit dem Ziel, sich weiter zu entwickeln.
Die Gesprächsführung stellt hohe Anforderungen an den Chef, dem dafür meist Erfahrung und Routine fehlen. Beurteilungen werden schon im Vorfeld skeptisch betrachtet, und es wird befürchtet, es könnte zu Diskussionen zwischen Mitarbeiter und Chef kommen, weil viele nicht bereit sind, ihre Beurteilung zu akzeptieren.


Gesprächsgrundsätze
Ein Beurteilungsgespräch ist kein Kritikgespräch! Bei der Beurteilung der Leistung handelt es sich nicht um einen Einzelfall wie bei einer Kritik, sondern um die fortlaufende Beobachtung der Leistung, auch im positiven Sinne. Im Vordergrund steht der längere Beobachtungszeitraum, und erfolgreich ist die Beurteilung nur, wenn es um die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten des Betreffenden geht. Beurteilungen finden regelmäßig statt, auch wenn es keinen negativen Anlass gibt. Unterscheiden Sie also zwischen anlassbezogener Kritik und regelmäßiger Leistungsbeurteilung!

Die Gleichbehandlung aller im Team spielt eine wichtige Rolle. Sie dürfen „Lieblingsmitarbeiter“ nicht mit Samthandschuhen anfassen und damit unterschiedliche Beurteilungen vornehmen.
Der Abstand zwischen zwei Gesprächen sollte nicht länger als acht bis zehn Monate betragen. Je größer der Zeitraum, desto schwieriger ist es, Abweichungen von den Erwartungen festzustellen und gegenzusteuern. Der Mitarbeiter könnte sich sonst fragen, warum bestimmte Dinge nicht früher zur Sprache kamen.


Lesen Sie den ganzen Artikel mit einem Leitfaden zur Beurteilung, einem Beurteilungsbogen und vielem mehr in der Ausgabe 10/2014 Deutsche Baumschule.

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