Grüne Branche

„MoorFutures“-Emissionszertifikate: Investition in Klimaschutz

Mecklenburg-Vorpommern bietet Unternehmen eine neue Möglichkeit, ihre Treibhausgas-Bilanz zu verbessern. Im Februar konnte der Landwirtschafts- und Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, Zertifikate an die ersten MoorFutures-Investoren seines Bundeslandes überreichen. 

So wirbt das Agrarministerium Mecklenburg-Vorpommern für sein Zertifikat. Screenshot www.moorfutures.de

Ein MoorFuture entspricht dem Einsparungspotenzial von einer Tonne CO₂ pro Jahr. MoorFutures werden nicht in dem geschlossenen Zertifikate-Pflichtmarkt gehandelt, sondern sind ein freiwilliges Instrument. Sie können je nach Projektgebiet über volle 30 beziehungsweise 50 Jahre laufen.

Das erste MoorFuture-Projekt im Rahmen des Moorschutzprogramms Mecklenburg-Vorpommern ist der renaturierte Niedermoorpolder, eines der größten Wiedervernässungsprojekte. Trocken gelegte Moore emittieren große Mengen an Treibhausgasen, da der Torf mineralisiert und Kohlendioxid freigesetzt wird. Werden diese Moore wiedervernässt, so lassen sich die Emissionen deutlich reduzieren, im Idealfall sogar stoppen.

Die Emissionsverminderungen durch Wiedervernässung können den Angaben zufolge durchaus bis zu 35 Tonnen Kohlendioxidäquivalente pro Jahr und Hektar betragen, der Mittelwert liegt bei etwa 20 Tonnen. Zum Vergleich: Für einen Pkw mit einer Freisetzung von 120 Gramm CO₂ pro Kilometer entspricht dies einer Fahrleistung von immerhin gut 160.000 Kilometern.

Bislang wurden knapp 8.000 MoorFutures zum Preis von je 35 Euro verkauft. Nach Vertragsschluss zahlen Unternehmen den jeweils vereinbarten Betrag zweckgebunden in den Moorfonds, der von der Stiftung für Umwelt- und Naturschutz geführt wird. Die erworbenen MoorFutures werden registriert, sodass eine weitere Veräußerung der Treibhausgaseinsparung ausgeschlossen ist. Zum Nachweis der Stilllegung der Emissionen für den jeweiligen Investor wird ein Register durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern geführt.

Aus den im Moorfonds vereinnahmten Mitteln werden die Projekte in vollem Umfang finanziert. Als Projektträger fungiert die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern. Der innovative Ansatz der MoorFutures wurde jetzt auch mit der Auszeichnung als „Ausgewählter Ort 2012“ im Rahmen der Standortoffensive „Deutschland – Land der Ideen“ honoriert. Die MoorFutures gehören zudem zu den drei Nominierten in der Kategorie Umwelt für den Preis des Bundessiegers.

Auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung stellt in seinem jüngsten Gutachten „Verantwortung in einer begrenzten Welt“ die MoorFutures als beispielhafte Innovation dar. Mittlerweile wurde aus dem Ganzen ein länderübergreifendes Projekt: Im Mai unterzeichneten Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Anita Tack und der Minister für Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, eine Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung der Marke MoorFutures. Mehr Informationen unter www.moorfutures.de

Den kompletten „MoorFutures“-Artikel lesen Sie in der aktuellen TASPO Ausgabe 24/2012. (ts/kla)