Grüne Branche

Motto „Marktgerecht schafft Markt!“

Ohne gutes Fachpersonal ist der „Fachbetrieb“ kein Fachbetrieb. Statt Personalkosten zu senken und fast ohne Fachpersonal auskommen zu wollen, müsse man lernen, wieder preiswürdig und marktgerecht zu verkaufen. Gerhard Goldammer, Besitzer eines Blumengeschäfts und einer Gärtnerei in Tannhausen, rückte diesen Aspekt am 30. November bei der Wintertagung Zierpflanzenbau des Württembergischen Gärtnereiverbands in Fellbach ins Blickfeld. Seine Kritik: „Oft gehen wir Gärtner selbst mit schlechtem Beispiel voran und signalisieren unseren Kunden, zu jedem Preis die Waren abzudrücken!“ Preisrückgänge bis zu 40 Prozent seien im vergangenen Herbst keine Seltenheit gewesen. Zum Beispiel habe ein Betrieb Violen für 29 Cent an Verbraucher abgegeben. Von solchen „Geschenken“ gingen schwerwiegende Signale aus, betonte der Tannhausener Gartenbauunternehmer. Zu oft würden gärtnerische Produkte im Einzelhandel als Lockartikel missbraucht. Innerhalb des gärtnerischen Einzelhandels sieht Goldammer zwei gegenläufige Tendenzen. Zum einen die an stark frequentierten Plätzen – also in oder nahe von Einkaufszentren – gelegenen Betriebe. Sie könnten auf große Stückzahlen und Serien-Sträuße setzen. Betriebe an weniger frequentierten Standorten müssten sich dagegen mit „bester Floristik, guter Warenpräsentation sowie breitem und tiefem Sortiment“ profilieren. Ein solcher Fachbetrieb – so sein Rat – sollte sich als „Problemlöser“ etablieren, zugleich mit außergewöhnlichen Leistungen aufwarten. Ein Betrieb habe gute Chancen, wenn sein Profil und seine speziellen Stärken in der Bevölkerung anerkannt ist. Ein solches Profil müsse jeden Tag gelebt und immer wieder verbessert werden.