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Muffel+: elektrischer Antrieb für Arbeitsmaschinen

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Immer mehr Pkw-Hersteller setzen auf den Elektro-Antrieb, bei Arbeitsmaschinen scheint dieser jedoch noch in weiter Ferne. Eine Lösung ist dank des vor zwei Jahren gegründeten mittelständischen Entwicklungskonsortiums namens „Muffel+“ in Sicht.

Antriebsplattform – PHEV mit Range-Extender. Foto: Max Holder

Idee: Entwicklung von skalierbarer elektrischer Antriebseinheit

Gründe gegen einen Elektroantrieb bei Arbeitsmaschinen waren bislang die aufgrund aktueller Batteriekapazitäten begrenzte Arbeitsdauer und der extrem knappe Bauraum, der den Verbau zusätzlicher Speicher in den Fahrzeugen nahezu unmöglich macht.

Nun hatten vier Unternehmen, darunter das in Reutlingen ansässige Maschinenbau-Unternehmen Max Holder und drei Forschungseinrichtungen die Idee, eine skalierbare elektrische Antriebseinheit zu entwickeln, die in Multifunktionsfahrzeuge integriert werden und aufgrund der einfachen Skalierbarkeit auch in andere Arbeitsgeräte eingesetzt werden kann.

Konzept arbeitet nach Range-Extender-Prinzip

Da Arbeitsmaschinen teilweise unter extremen Witterungsbedingungen arbeiten und auch eine große Leistung bereitstellen müssen, arbeitet das neue Konzept aktuell noch nach dem Range-Extender-Prinzip: Reicht der Ladezustand der Batterie nicht mehr aus, schaltet sich ein Dieselaggregat mit der Abgasstufe 5 zu, das die Batterie speist. Dadurch wird insgesamt der Ausstoß von Schadstoffen deutlich reduziert, da im Optimalfall die meiste Zeit rein elektrisch betrieben wird.

Der im Range-Extender-Prinzip verwendete Verbrennungsmotor kann im optimalen Arbeitspunkt und damit mit geringstmöglichem Schadstoffausstoß und Kraftstoffverbrauch betrieben werden, berichtet Max Holder. Das Entwicklungsvorhaben ist auch für zukünftige Entwicklungen offen und so aufgebaut, dass bei entsprechender Marktentwicklung der Verbrennungsmotor beispielsweise durch eine Brennstoffzelle oder eine andere neuartige Energiequelle ersetzt werden kann.

Einbau des Systems in Serienfahrzeug von Max Holder

Das System habe auf dem Prüfstand der Hochschule Aalen bereits erfolgreich die ersten Kilometer absolviert und gezeigt, dass das Konzept funktioniere. Jetzt erfolgt der Einbau in ein Serienfahrzeug von Max Holder und es werden ausgiebige Tests gemacht.

Das komplette Fahrzeugkonzept ist auf Skalierbarkeit ausgelegt und könne daher leicht auf weitere Fahrzeugtypen und -klassen adaptiert werden, erklärt Holder. Interessenten können dem Industriearbeitskreis, der das Projekt begleitet und berät, jederzeit beitreten. Zu besichtigen ist die Funktion der Achse an der Hochschule Aalen.

Über das Konsortium Muffel+

Muffel+ ist in das von der EurA AG (Ellwangen) geführte Innovationsnetzwerk e-mobility eingebettet, so die Max Holder GmbH. Dieses verfolgt das Ziel, die mittelständische Zulieferindustrie in Deutschland für die Herausforderungen der Elektromobilität fit zu machen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Muffel+ im Rahmen der Fördermaßnahme „KMU-NetC“ mit rund 2,1 Millionen Euro.