Mut zur Investition: „Wir haben die Chance schnell ergriffen“

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Marco Hofmann (l.) mit Vater Konrad (r.) und Mutter Mira bei der Rosenernte. Foto: Hofmann

In vielen Branchen regiert nach wie vor der (Corona)-Krisenmodus. Eine Pleitewelle wird vorausgesagt, zahlreiche Kündigungen stehen an, geplante Investitionen werden gestrichen. Auch wenn der Gartenbau bisher nicht zu den ganz großen Verlierern der Corona-Krise zählt, so grassiert doch auch unter den Gärtnern eine große Unsicherheit. Wenn dann jemand den Mut zu – antizyklischen – Investitionen aufbringt, ist das eine gute Nachricht.

Neue Geschäftsfelder ergänzen elterliches Gartenbau-Unternehmen

Vor allem dann, wenn der „Jemand“ wie Marco Hofmann erst 24 Jahre alt ist. In dem Alter steht vielen jungen Erwachsenen der Sinn nach Freizeit mit Freunden, nach Partys, Reisen, den sogenannten schönen Seiten des Lebens. So etwas mag Marco Hofmann auch, doch trotzdem hat er Geld und vor allem viel Zeit in zwei neue Geschäftsfelder investiert, die das auf Rosen und Pfingstrosen spezialisierte elterliche Gartenbau-Unternehmen auf ideale Weise ergänzen. Gemeinsam mit seinem Vater Konrad Hofmann hat er eine GbR gegründet, über die seit noch nicht einmal einem Jahr ein Topfpflanzen-Großhandel und ein Blumeneinzelhandel betrieben wird.

Dabei konnte Marco Hofmann über mangelndes Arbeitsvolumen nicht klagen. Er arbeitet in der elterlichen Gärtnerei in Bad Nauheim-Steinfurth, wo auf rund acht Hektar Freiland Rosen und zusätzlich auf knapp fünf Hektar Pfingstrosen produziert werden. Vermarktet wird fast ausschließlich über den Blumen- und Zierpflanzengroßmarkt Rhein-Main (BZG) in Frankfurt am Main, nahezu jeden Morgen – oder besser gesagt nachts ab drei Uhr – trifft man ihn dort an. Und zwar nicht mehr nur in der Rosen-Saison, sondern mit dem neuen Topfpflanzen-Angebot das ganze Jahr über.

Topfpflanzen-Angebot zieht neue Kunden an

„Wir haben die Chance schnell ergriffen“, beschreibt Marco Hofmann seine Unternehmensinitiative. Zunächst wurden mit der Mitte 2019 gegründeten GbR Schnittblumen gehandelt. Dann hörte aus Altersgründen ein Topfpflanzen-Großhändler auf dem BZG auf, und Marco Hofmann sattelte auf diese Produkte um. Mit Erfolg, wobei auch die regional erzeugten Rosen profitierten. „Das Topfpflanzen-Angebot zieht neue Kunden an, Stammkunden, die vorher ausschließlich wegen der Rosen kamen, kaufen nun auch Topfpflanzen“, freut sich der 24-Jährige.

Gekauft wird das Zusatzportfolio über die Fernkaufoption der Veiling Rhein-Maas. Anfänglich setzte sich Marco Hofmann selbst hinters Steuer. „Mittlerweile haben wir einen größeren Lkw gekauft und beschäftigen einen Fahrer, der die online bestellte Ware dreimal wöchentlich abholt“, erläutert er die Entwicklung. „Wir haben schnell gehandelt und die auf dem Großmarkt entstandene Lücke geschlossen.“ Mit so großem Erfolg, dass zu den vorhandenen Standflächen (die außerhalb der Rosen-Saison frei waren) zusätzlicher Platz auf den BZG angemietet wurde.

Hofmann hat nicht nur eigenes Unternehmen im Blick

Marco Hofmann hat dabei nicht nur sein eigenes Unternehmen im Blick. „Es geht auch darum, die Produktvielfalt auf dem Blumengroßmarkt aufrecht zu erhalten, sie sogar möglichst noch zu erweitern“, erklärt er die unterschiedlichen Motivationen für sein Engagement. Bezogen auf sein Topfpflanzen-Angebot vertraut er stark auf die Urteilskraft und die Wünsche seiner Kunden. „Wir sind in ständigem Austausch und können daher sehr zielgerichtet ordern.“ Zu den bisher gehandelten Outdoor-Pflanzen „können sich im Winter ebenfalls Zimmerpflanzen gesellen, auch jetzt handeln wir schon Orchideen“, so der gelernte Einzelhandelskaufmann.

Mehr zu Marco Hofmann und der zusammen mit seinem Vater neugegründeten GbR lesen Sie in der TASPO 28/2020, die in unserem Online-Shop abrufbar ist.

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