Grüne Branche

Nachgefragt: Naschgemüse und Kräuter – Renner im Sortiment

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Wie verlief die Saison bei Naschgemüse und Kräutern? Was waren die Renner, wo gab es die stärksten Zuwächse? Was lief nicht so gut? Welche Angebotsformen kamen besonders gut an? Wir haben bei Anbietern in Gartencentern und auf Blumengroßmärkten sowie bei Vermarktern nachgefragt.

Naschgemüse wie Paprika oder Chilis liegen im Trend. Foto: OlgaKorica/Fotolia

Einige Tomaten-Sorten zu früh ausverkauft

„Kräuter liefen gut in dieser Saison, aber mit wenig Steigerung“, beobachtete Martin Löwer, Löwer grün erleben in Seligenstadt. Bei Gemüse-Jungpflanzen gab es in diesem Jahr allerdings wieder mehr Zuwachs. 130 verschiedene Sorten werden in der eigenen Gärtnerei für die fünf Löwer-Gartencenter im Rhein-Main-Gebiet produziert. Und davon waren Anfang Mai bereits zwei Drittel abgesetzt. Tomaten gibt es in rund 40 Sorten. „Dennoch waren einige Sorten zu früh ausverkauft, vor allem die großen Fleischtomaten“, berichtet Löwer.

In dieser Saison macht er neben Cherry- und Kirschtomaten, die gleichbleibend gut liefen, einen Trend zu Sorten mit großen, schweren Früchten, wie beispielsweise der Fleischtomate ‘Ochsenherz’, aus. Die Nachfrage nach mittelgroßen Tomaten-Sorten wuchs nicht so stark mit. Paprika und Chilis sind in den Löwer-Gartencentern sehr stark gelaufen. Auch Gurken fanden sehr guten Absatz und Melonen liefen extrem gut.

Trend hin zu Genusspflanzen lässt sich erkennen

„Witterungsbedingt verlief die Saison 2019 im Kräuter- und Genusspflanzen-Bereich sehr schleppend“, beobachtete Jürgen Kuhl, Gartenbaubetrieb Kuhl in Wesseling-Keldenich und Vermarkter auf dem Blumengroßmarkt Köln.

„Im Vergleich zu den Vorjahren lässt sich jedoch ein Trend hin zu Genusspflanzen erkennen, in diesem Jahr wurden Tomatenpflanzen gut nachgefragt. Auch Produkte wie etwa Physalis-, Chili- oder Süßkartoffel-Pflanzen gingen gut weg. Naschgemüse wie Zuckererbsen wurden auch gefragt. Im Bereich Kräuter im Topf waren eher die Standardprodukte wie Petersilie, Schnittlauch, Basilikum und Dill nachgefragt. Besonders stecklingvermehrtes Basilikum, das auch im Freien eine Überlebenschance hat und zudem noch prima als Bienennahrung dient, lief“, berichtet Kuhl.

Besonderheiten und Raritäten wie beispielsweise Waldmeister, Fruchtsalbei-Arten oder Kreta-Majoran taten sich in diesem Jahr schwer, „die Gartenliebhaber ließen uns auch die bescheidene Witterung spüren“, mutmaßt Kuhl. „Auch beim Minze-Sortiment mussten starke Einbußen hingenommen werden, in diesem Frühsommer gab es leider nun mal kein Cocktail-Wetter.“

Bei Kräutern Zuwächse im zweistelligen Prozent-Bereich

Frische Gewürze und Kräuter liegen schon seit Jahren im Trend und das Kochen zuhause ist „in“. Dadurch bleiben auch die Themen Naschgemüse und Kräuter wichtig. „In der vergangenen Saison konnten wir einen Zuwachs im Kräuterbereich von zwölf Prozent verzeichnen“, zeigt Thomas Gebert von Gebr. Gebert Pflanzenhandel & Transport auf, der unter anderem auf dem Blumengroßmarkt in München seine Ware vermarktet.

„Vor allem im ‚fresh & go‘-Bereich haben wir Zuwachs beobachtet. Hierbei handelt es sich um ein 6er-Tragetray, welches je nach Wunsch zu Fisch- oder Fleischgerichten gemischt wird. Im Fleisch-Mix darf natürlich ein Gewürz wie Rosmarin oder Thymian nicht fehlen. Beim Fisch-Mix ist Zitronenthymian oder Koriander ein Muss“, berichtet Gebert. Der Dauerrenner ist und bleibt die „Hugo-Minze“. „Ebenfalls Zuwächse in diesem Jahr können wir bei Naschgemüse verzeichnen, hierbei vor allem bei Chili scharf und extra scharf.“

Fachhandel legt bei Naschgemüse und Co. großen Wert auf Nachhaltigkeit

Der Fachhandel lege großen Wert auf Nachhaltigkeit, sieht Gebert. „Da Kräuter, Gewürze und Naschgemüse zu den Artikeln gehören, die der Endverbraucher direkt konsumieren kann, sind Nachhaltigkeit, ein lückenloses Rückstands-Monitoring, die Zertifizierung und die Umweltfreundlichkeit unerlässlich. Für uns als Großhändler bedeutet die Nachhaltigkeit die traditionelle und qualitativ hochwertige sowie kontrollierte Produktion. Wir lassen unsere Waren in Italien produzieren, um von dem natürlichen Wachstum unter sehr guten Klimaverhältnissen profitieren zu können.“

Weitere Ergebnisse aus unserer Umfrage zum Verlauf der Naschgemüse- und Kräuter-Saison lesen Sie in der TASPO 25/2019, die Sie in unserem Online-Shop abrufen können.